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Zum 1. AugustPelli: Schweiz gerät aus dem Gleichgewicht

FDP-Präsident Fulvio Pelli hat die Schweiz zum 1. August dazu aufgefordert, voranzuschreiten, um das Gleichgewicht zu bewahren. Dies werde durch «politische Hasardeure bedroht».

«Der Nationalfeiertag bietet die Gelegenheit, sich an die Lehren der Vergangenheit zu erinnern, um die Zukunft vorzubereiten», erklärte der Tessiner Nationalrat in einer Botschaft. Der Schweiz sei es seit 1848 gelungen, das diffizile Gleichgewicht zu bewahren - und damit seine Harmonie, seinen Zusammenhalt und seinen inneren Frieden. Pelli sprach vom Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Regionen, unterschiedlichen Sprachen, Religionen und politischen Lagern; sowie zwischen Eingriffen des Staates und individuellen Freiheiten. «Dank diesen Gleichgewichten profitierte die Schweiz von einer grossen Stabilität, einem zentralem Faktor für ihren wirtschaftlichen Erfolg», erklärte Pelli.

Hasardeure bedrohen die Schweiz

Doch heute bedrohten «politische Hasardeure» diese subtilen Gleichgewichte. Manche wollten das finanzielle Gleichgewicht zerschlagen, indem sie umfangreiche Konjunkturprogramme von zweifelhafter Wirkung forderten. Mit der Minarett-Initiative werde das Gleichgewicht zwischen Staat und Kirche bedroht. Zudem gebe es solche, welche das politische Gleichgewicht zerstören wollten. Dies «ohne zu begreifen, welchen Bruch die Aufhebung der Zauberformel, welche der Schweiz seit 1959 grosse Stabilität gebracht hat, bedeuten würde». Pelli zeigte sich überzeugt, dass es dem Land nicht besser gehen wird, wenn seine Gleichgewichte zerschlagen werden.

Die Zukunft werde aber auch nicht gesichert, in dem man still stehe oder zurückschaue: «Nein, wir müssen vorankommen - wir müssen uns erneuern: Unsere Strukturen anpassen, unsere Gesetze und Institutionen reformieren, damit die Gleichgewichte in einer sich verändernden Gesellschaft fortbestehen können.» So solle etwa trotz dem demographischen Druck das Gleichgewicht zwischen den Generationen aufrechterhalten werden oder trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation das Gleichgewicht des Arbeitsmarkts bewahrt bleiben. «Alle diese oft diffizilen Gleichgewichte, welche die Schweiz ausmachen, zu bewahren: Das ist die komplexe und zentrale Aufgabe, mit der unsere Gesellschaft konfrontiert ist», erklärte Pelli. (dapd)

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