Stanley Cup: Penguins entthronen Titelhalter Detroit
Aktualisiert

Stanley CupPenguins entthronen Titelhalter Detroit

Die Pittsburgh Penguins lösten die Detroit Red Wings überraschend als Stanleycup-Champion ab. Mit einem 2:1-Sieg im letzten Finalspiel in Detroit entschieden die Penguins die Serie mit 4:3 Siegen zu ihren Gunsten.

Der Qualifikationsvierte aus der Eastern Conference realisierte ausgerechnet im Entscheidungsspiel die erstmalige Führung und gleichzeitig den einzigen Auswärtssieg dieser Finalserie.

Der kanadische Center Maxime Talbot (25) avancierte in der ausverkauften Joe-Louis-Arena (20 066 Zuschauer) mit zwei Toren in der 22. und 31. Minute zum Matchwinner für Pittsburgh. Die Gastgeber kamen sieben Minuten vor dem Ende durch Jonathan Ericsson lediglich zum Ehrentreffer und hatten anschliessend Pech, als Niklas Kronwall nur die Latte traf (58.). Verlassen konnten sich die Penguins im Showdown zudem auf Goalie Marc-Andre Fleury, der 23 Schüsse parierte.

Die Penguins schafften als erstes Teams nach Tampa Bay (2004) die Playoff-Finalserie nach einem 2:3-Rückstand noch zu wenden. Nach den ersten beiden Finalspielen in Detroit hatten die Penguins gar 0:2 zurückgelegen.

Pittsburgh gelang damit die Revanche für die Finalniederlage im Vorjahr. Letztmals hatten die Edmonton Oilers vor 25 Jahren im Jahr nach der Finalniederlage gegen die New York Islanders das Rematch um den Stanleycup gegen den gleichen Gegner gewinnen können.

Krönung für junges Super-Duo Crosby/Malkin

Für die Penguins ist es der dritte Stanleycup-Erfolg der Geschichte nach 1991 und 1992. Damals war der heutige Teambesitzer Mario Lemieux die grosse Figur bei den Penguins gewesen. Diesmals sind es mit Sidney Crosby und Jewgeni Malkin gleich deren zwei Topstürmer - beide sind Anfang 20 und dürften ihre besten Jahre noch vor sich haben.

Crosby musste das Eis im Entscheidungsspiel allerdings früh im Mitteldrittel nach einem harten Check von Detroits Johan Franzen verlassen. Pittsburghs erzielte den Gamewinner, als sich Crosby in den Katakomben eine Verletzung an seinem linken Bein pflegen lassen musste. «Crosby ist unser Leader. Doch wir waren bereit, es auch ohne ihn zu schaffen», sagte Matchwinner Talbot, der Fehler der Red Wings kaltblütig ausnützte.

Crosby kehrte schliesslich nur noch im Schlussdrittel für einen Einsatz aufs Eis zurück. «Wir haben sehr hart für diesen Erfolg gearbeitet. Das war der Schlüssel zu diesem Triumph», bilanzierte der kanadische Superstar.

Crosby geht mit seinen 21 Jahren als jüngster Captain eines NHL- Champions in die Geschichte ein. Dem Russen Jewgeni Malkin wurde im Rahmen der Feierlichkeiten nach der Partie noch die Conn-Smythe- Trophäe als wertvollster Spieler der (MVP) der Playoffs überreicht. Malkin erzielte in den diesjährigen NHL-Playoffs 36 Skorerpunkte.

Pittsburghs Headcoach Dan Bylsma ist erst der zweite Coach der NHL-Geschichte, der ein Team in der laufenden Saison übernahm und anschliessend zum Triumph führte. Bylsma ersetzte Mitte Februar den entlassenen Michel Therrien. Damals hatte den Penguins die Playoff- Qualifikation zu entgleiten gedroht.

Pittsburgh jetzt US-Sporthochburg

Seit dem Titelgewinn der Red Wings 1998 hat kein Team mehr den Stanleycup zweimal in Folge gewinnen können. Bitter ist die Niederlage insbesonders für den Slowaken Marian Hossa, der vor einem Jahr nach der Finalniederlage der Penguins zum jetzigen Finalverlierer Detroit gewechselt war. «Wir hatten unsere Chancen, aber die Penguins waren noch stärker», gab Detroits schwedischer Captain Nicklas Lidström zu.

«Dieser Triumph ist grossartig für die Organisation», betonte Penguins-Legende Mario Lemieux, wies aber gleichzeitig auf ein nicht unwichtiges Detail hin: Pittsburgh ist durch den Titelgewinn seiner Pinguine in diesem Jahr die erfolgreichste Sportstadt der USA. Bereits am 1. Februar hatten die Pittsburgh Steelers die Super Bowl im American Football gewonnen.

National Hockey League (NHL). Playoff-Final (best of 7). 7. Runde:

Detroit Red Wings (2. Qualifikation Western Conference) - Pittsburgh Penguins (4. der Qualifikation in der Eastern Conference) 1:2; Endstand 3:4.

Pittsburgh damit zum dritten Mal nach 1991 und 1992 Stanleycup-Gewinner.

(si)

Die Stanley-Cup-Sieger der letzten 15 Jahre

2009 Pittsburgh Penguins. - 2008 Detroit Red Wings. - 2007 Anaheim Ducks. - 2006 Carolina Hurricanes. - 2005 keine Saison wegen Lockout. - 2004 Tampa Bay Lightning. - 2003 New Jersey Devils. - 2002 Detroit Red Wings. - 2001 Colorado Avalanche. - 2000 New Jersey Devils. - 1999 Dallas Stars. - 1998 Detroit Red Wings. - 1997 Detroit Red Wings. - 1996 Colorado Avalanche. - 1995 New Jersey Devils. - 1994 New York Rangers.

Häufigste Sieger

1. Montreal Canadiens 24 Titel (zuletzt 1993). 2. Toronto Maple Leafs 13 (1967). 3. Detroit Red Wings 11 (2008). 4. Boston Bruins (1972) und Edmonton Oilers (1990) je 5. 6. New York Islanders (1983) und New York Rangers (1994) je 4. 8. Pittsburgh Penguins (2009), Chicago Blackhawks (1961) und New Jersey Devils (2003) je 3. 11. Philadelphia Flyers (1975) und Colorado Avalanche (2001) je 2.

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