Aktualisiert 14.06.2004 17:05

Herr Lehmann - unser Mann in PortugalPeniche – kein Ort für Warmduscher

Der 20-Minuten-Reporter Florian A. Lehmann über Land, Klima, Essen und Salzwasser.

Portugal? Moment mal: Das ist doch in erster Linie Fussball. Figo, Benfica, Sporting, FC Porto. Und noch viel lieber – FC Portwein. Lissabon ist die Hauptstadt. An der WM 1966 hat ein gewisser Eusebio hervorragend gekickt und nach einem Goal elegant gejubelt. Aber das ist alles, was Lehmann, der in

seiner Ferienlaufbahn noch nie in Portugal Station gemacht hat, über das Land weiss. Und die portugiesischen Sprachkenntnisse des 20-Minuten-Reporters? Da schweigt des Sängers Höflichkeit.

Nun, jetzt sind wir hier, im Westen Europas. Köbi Kuhn, seine Familie, die Journalisten. Hier, das ist Peniche, ein Ort auf einer Halbinsel in der Region Estremadura (steht alles im Reiseführer). Die Medienfraktion ist

knapp 20 Autominuten vom noblen Lager von Yakin & Co. entfernt. Das Klima ist tagsüber angenehm, weil an der Küste des Atlantiks immer eine Brise weht. Am Abend kanns dann ziemlich kühl werden, und der Gast hat das Gefühl, sich an die Westkürste Irlands verirrt zu haben.

Den Binnenländer ziehts am frühen Nachmittag sofort ans Meer. In einer kleinen Strandbeiz bestellt sich unser Herr Lehmann mit Händen und Füssen kommunizierend ein grosses Bier und ein Eingeklemmtes mit einem grossen

Stück Schweinefleisch. (Das Körnlipicken liegt ihm nicht). Der schreibende Tourist bezahlt ganze 3 Euro 50 und nimmt den Preis mit Genugtuung zur Kenntnis. A

m Abend wird ein Fischrestaurant besucht. Das Resultat nach 90 Minuten Spielzeit am Esstisch mit reichlich Schwertfisch, Kartoffeln, Salat, Gemüse, Käse, Muscheln, 3 dl Rose, 2 Gläschen Portwein und 2 Espressi: 20 Euro. Die Gier hat die portugiesische Provinz noch nicht heimgesucht. Als Zürcher ist man sich andere Summen in der Gastronomie gewohnt.

Zurück zum Beach. Voller Freude will sich der 20-Minuten-Mann in die Fluten stürzen. Er schaffts nur bis zu den Knien. Merke: Der Atlantik ist nicht das

Mittelmeer. 16 Grad, allerhöchstens, beträgt die Temperatur des Salzwassers. Mutig zeigt sich dagegen Branchenkollege Koch aus Schaffhausen, der einige Längen im Meer zurücklegt – Chapeau! Und: Koch 1, Lehmann 0. Fazit nach den ersten Tagen in Portugal: Die Preise sind im mittleren Portugal – sieht man von den Hotel-Arrangements ab – trotz EM angenehm. Und

Warmduscher haben um diese Jahreszeit in Peniche wirklich nichts verloren.

Florian A. Lehmann, Peniche

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.