Penis-Fotos auf Kanzleramtsseite geben Rätsel auf

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ÖsterreichDürftig gepixelte Dick-Pics auf Website des Kanzleramts

Die Regierung in Österreich will das ungefragte Versenden von Dickpicks unter Strafe stellen. In ihrer Kampagne stellt die Regierung jedoch selbst dürftig gepixelte Penisse zur Schau.

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Penisbilder auf einer offiziellen Regierungsseite: Die Website ist Teil einer Kampagne in Österreich, die das Versenden von Dickpics strafbar machen will. 

Penisbilder auf einer offiziellen Regierungsseite: Die Website ist Teil einer Kampagne in Österreich, die das Versenden von Dickpics strafbar machen will. 

Screenshot/Ungefragt.net
Die österreichische Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm will nun einen «Dickpic-Paragraphen» einführen. 

Die österreichische Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm will nun einen «Dickpic-Paragraphen» einführen. 

IMAGO/SEPA.Media
Gemäss Regierungsangaben haben 46 Prozent aller Frauen zwischen 18 und 36 bereits ein Dickpic bekommen, 89 Prozent davon (auch) ungefragt.

Gemäss Regierungsangaben haben 46 Prozent aller Frauen zwischen 18 und 36 bereits ein Dickpic bekommen, 89 Prozent davon (auch) ungefragt.

PhotoAlto

Darum gehts

  • Missglückte Informationskampagne der österreichischen Regierung: Auf einer offiziellen Webseite sind mehrere Bilder von dürftig verpixelten Penissen zu sehen.  

  • Die Webseite soll über das ungefragte Versenden von Dickpics aufklären und setzt sich dafür ein, dass dieses in Zukunft unter Strafe gestellt wird. 

  • Die Penis-Bilder sollen aus dem Besitz des Bundeskanzleramts Österreich stammen.

Eine absurde Bildcollage auf einer offiziellen Website des österreichischen Bundeskanzleramts gibt am Donnerstag Rätsel auf. Mit der Seite will die Regierung über das ungefragte Versenden von Dickpics aufklären.

Österreich will «Dickpic-Paragraphen» einführen

In Österreich ist dieser Akt bislang nicht strafbar, nur das Weiterleiten von Nacktbildern an Dritte oder das Veröffentlichen der Bilder steht unter Strafe. Betroffenen stehen deshalb nur zivilrechtliche Schritte zur Verfügung. Laut der Regierung haben 46 Prozent aller Frauen zwischen 18 und 36 bereits ein Dickpic bekommen, 89 Prozent davon (auch) ungefragt. Bei den Elf- bis 18-Jährigen seien es 20 Prozent.

Das soll sich nun ändern. So fordert die österreichische Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm anlässlich des internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen die Einführung eines «Dickpic-Paragraphen», wie «heute.at» berichtet. Dieser soll dafür sorgen, dass das ungefragte Senden von Dickpics auch im Strafgesetz unter sexuelle Belästigung fällt. In Zukunft könnte den Versendern der Bilder somit eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen drohen.

Hast du schon einmal ungefragt ein Dick-Pic erhalten?

Bilder stammen aus dem Besitz des Bundeskanzleramts

Absurd: Ausgerechnet auf jener Website des Bundeskanzleramts, die über die aktuelle Rechtslage aufklärt, findet sich jedoch eine grosse Collage dreier Dickpics. Diese sind dabei recht dürftig verpixelt. So macht sich das Bundeskanzleramt praktisch der gleichen Sache schuldig, gegen die es vorgehen will: Und zwar konfrontiert es Besucherinnen und Besucher der Seite ungefragt mit Penisbildern – wer auf der Seite scrollt, kommt an den Bildern kaum vorbei. 

Dafür verantwortlich ist laut Impressum das Bundeskanzleramt selbst. Auch die Bilder stehen im Eigentum des Bundeskanzleramts Österreich. «Heute»-Recherchen ergaben, dass es sich bei den Fotos tatsächlich um ungefragt versandte Bilder handelt.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, sexuell belästigt?

Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Verzeichnis von Anlaufstellen

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

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(Heute.at/fis)

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