Pensioniert mit 62 - Gewerkschaften kämpfen für flexibles Rentenalter
Aktualisiert

Pensioniert mit 62 - Gewerkschaften kämpfen für flexibles Rentenalter

Heute legte der Schweizerische Gewerkschaftsbund seine Schwerpunkte für 2008 auf den Tisch. Zentrales Thema ist die Flexibilisierung des Rentenalters. Dieses Begehren wird mit einer Initiative unterstrichen.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) will den Druck auf eine Flexibilisierung des Rentenalters weiter erhöhen und gegen jede Form von Rentenkürzungen antreten. Weitere Schwerpunkte im Jahresprogramm 2008 liegen in der Sicherung einer guten Lohn-, Bildungs- und Infrastrukturpolitik, wie es am Freitag in Bern hiess.

Grundsätzlich will der SGB auch in diesem Jahr an seinem Kurs zu Gunsten der Lohnabhängigen, der Sozialwerke und der öffentlichen Dienste wie der Post oder der Swisscom nichts ändern. Eine zentrale Bedeutung soll in der nächsten Zukunft jedoch die AHV erlangen, wie SGB-Präsident Paul Rechsteiner an der traditionellen Pressekonferenz zum Jahresauftakt klar machte. Hier gelte es nun endlich, die schon lange versprochene Flexibilisierung des Rentenalters durchzusetzen und damit einem «dringenden sozialen Bedürfnis der Lohnabhängigen aller Einkommensklassen» nachzukommen.

Initiative für flexibles Rentenalter geplant

Als stärkstes Mittel setzt der SGB dabei auf die eigene Flexibilisierung-Initiative, die bald im Parlament behandelt werden muss und die für alle Arbeitnehmenden eine kostengünstige Rückzugsmöglichkeit aus der Arbeitswelt zwischen 62 und 65 Jahren bringen soll. Sollten sich National- und Ständerat für einen Gegenvorschlag zu diesem Volksbegehren entscheiden, so will der SGB auch dazu - zumindest unter gewissen Umständen - Hand bieten, wie Rechsteiner sagte. Eine verdeckte Sozialabbauvorlage würden die Gewerkschaften jedoch wie schon in früheren Fällen mit aller Kraft ablehnen.

Ein zweites zentrales Thema, das der SGB im Jahr 2008 ebenfalls besonders beachten will, ist die Gesundheitspolitik. Hier soll auf der einen Seite dafür gesorgt werden, dass die laufende Neuordnung der Pflegefinanzierung rasch über die Bühne gebracht wird. Auf der andern Seite will der Dachverband der Schweizer Gewerkschaften aber auch den Gegenvorschlag zur Prämiensenkungsinitiative der SVP zu Fall bringen, weil dieses «Konstrukt» auf Verfassungsstufe sowohl der Bevölkerung wie auch den Beschäftigten im Gesundheitswesen nur Nachteile bringt, wie Rechsteiner sagte. Mit einer guten Bildungs-, Lohn- und Infrastrukturpolitik soll hingegen dafür gesorgt werden, dass der wirtschaftliche Aufschwung in der Schweiz auch im Jahr 2008 trotz Rezessionswolken am Himmel erhalten werden kann. Eine weitere Liberalisierung auf dem Postmarkt ist aus Sicht des SGB zum jetzigen Zeitpunkt jedoch unnötig und übereilt, ein Verkauf der Mehrheit des Bundes an der Swisscom sollte nun endgültig vom Tisch sein, wie der Leiter des SGB-Zentralsekretariats, Rolf Zimmermann, sagte. (dapd)

Deine Meinung