Pensionskassen bekommen US-Kreditkrise zu spüren
Aktualisiert

Pensionskassen bekommen US-Kreditkrise zu spüren

Alarm bei den
Pensionskassen: Wegen
der US-Kreditkrise
haben diese an der Börse
45 Mia. Franken verloren.

von
Christian Iten

In den Schweizer Pensionskassen liegen über 600 Mia. Franken. Gemäss Martin Janssen, Professor für Finanzmarktökonomie der Uni Zürich, ist rund ein Drittel davon in Aktien und etwas mehr in Obligationen investiert. Seit Ausbruch der Krise an den Finanzmärkten im Herbst 2007 hat das investierte Geld massiv an Wert verloren. «Im Schnitt sind etwa 7,5%, also 45 Mia. Franken, unwiederbringlich vernichtet worden», sagt Janssen. Das sei erheblich mehr als alle Beiträge, die innerhalb eines Jahres an die zweite Säule eingezahlt würden. Und: «Allein 7 Mia. Franken entfallen auf die Kursverluste der Aktien von UBS und Credit Suisse.» Was die faulen Kredite in den USA betrifft, schätzt der Experte den direkten Verlust der Schweizer Pensionskassen auf 2,5 Mia. Franken.

Hanspeter Konrad, Direktor beim Schweizerischen Pensionskassenverband Asip, sieht keinen Grund zur Panik. «Wenn die Aktienkurse wieder steigen, können die Werte in den Büchern wieder nach oben korrigiert werden», so Konrad. Ausserdem würden die Reserven für Stabilität sorgen. Derzeit sinkt aber die Kapitaldeckung der einzelnen Kassen. Allein bei der Personalvorsorge des Kantons Zürich hat der Deckungsgrad seit Anfang Jahr um 6% abgenommen. Das Gesamtvermögen ist um 1,2 Mia. Franken auf 19,8 Mia. Franken gesunken.

«Einen kühlen Kopf bewahren»

Das Departement von Pascal Couchepin hat die Aufsicht über die Pensionskassen. Dort werden die Finanzverluste bestätigt. «Es geht immer auf und ab», beruhigt aber Yves Rossier, der Chef des Bundesamtes für Sozialversicherungen. «Man muss einen kühlen Kopf bewahren und das System verstärken.» Letzteres will Rossier mit einem tieferen Umwandlungssatz erreichen – das bedeutet für alle Versicherten weniger Pensionsgeld.

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