Aktualisiert 18.12.2008 21:05

GuantánamoPentagon arbeitet an der Schliessung

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat sein Ministerium beauftragt, Pläne für die Schliessung des US- Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba auszuarbeiten.

Das Gefangenenlager in Guantánamo, in dem derzeit noch etwa 250 Gefangene einsitzen, ruft weltweit seit Jahren heftige Kritik hervor.

Der Pentagon-Sprecher stellte bei der Ankündigung ausdrücklich einen Bezug zur Ankündigung des künftigen Präsidenten Barack Obama her, der im Wahlkampf die baldige Schliessung Guantánamos in Aussicht gestellt hatte. «Sein Team arbeitet daran, so dass er darauf vorbereitet ist, dem gewählten Präsidenten beizustehen, falls dieses sich sehr schnell darum kümmern will», sagte Morrell.

Die Planungen sollten aufzeigen, was zur Schliessung Guantánamos benötigt werde. Zugleich müsse sichergestellt werde, dass «das amerikanische Volk vor bestimmten sehr gefährlichen Individuen geschützt» werde, die dort festgehalten werden. Gates soll auch unter Obama Verteidigungsminister bleiben.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und ehemaligen Häftlingen werden in Guantánamo massiv die Menschenrechte verletzt. Zahlreichen Gefangenen wurde auch nach Jahren noch kein Prozess gemacht. Auch US-Gerichte entschieden, dass es nicht rechtens sei, den Häftlingen durch die Internierung auf Kuba jeden Zugang zu regulären Gerichten zu versperren.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA waren in Guantánamo rund 800 Gefangene aus unterschiedlichen Ländern interniert worden. In der ersten Phase nach der Einrichtung des Lagers im Januar 2002 wurden die Häftlinge unter freiem Himmel in Käfige gesperrt, die Fotos gingen um die Welt.

Später wurden die meisten Gefangenen in zwei neu errichteten Haftanstalten untergebracht, die nach dem Modell von US- Hochsicherheitstrakten eingerichtet wurden. Guantánamo wurde zum Symbol für die Exzesse des «Anti-Terror-Kriegs».

(sda)

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