Pentagon-Chef Gates warnt vor Spaltung der NATO
Aktualisiert

Pentagon-Chef Gates warnt vor Spaltung der NATO

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat erneut vor einer Spaltung der NATO gewarnt. Es dürfe keine zweigeteilte Allianz geben von solchen Staaten, die bereit seien, zu kämpfen, und solchen, die dies nicht seien.

In seiner Rede vor den Teilnehmern der 44. Münchner Sicherheitskonferenz verwies Gates aber darauf, dass alle Mitgliedstaaten ihre individuellen Verpflichtungen hätten.

Gates spielte damit auf den Streit innerhalb der NATO über den Einsatz in Afghnaistan an. Die USA fordern vor allem von Deutschland, Soldaten auch im umkämpften Süden Afghanistans einzusetzen. Dies lehnt die deutsche Regierung ab.

In München betonte Gates am Sonntag, Afghanistan habe dank der NATO Fortschritte gemacht: Das Leben der Menschen habe sich verbessert. Es sei zudem gelungen, die radika-islamischen Taliban aus ihren Hochburgen zu vertreiben.

Die Mission in Afghanistan bezeichnete der Pentagon-Chef als Kernziel des transatlantischen Militärbündnisses. Es gehe darum, globale Sicherheitsinteressen zu verteidigen, sagte er.

Gates warnte die Europäer davor, mit dem Militäreinsatz in Afghanistan auch den Kampf gegen den weltweiten Terrorismus in Zweifel zu ziehen. «Viele Europäer stellen den Sinn unseres Handelns infrage und zweifeln, ob der Auftrag das Leben ihrer Söhne und Töchter wert ist», sagte er.

«Daher will ich mich direkt an die Europäer wenden: Die Drohung durch den gewalttätigen islamischen Extremismus ist real - und sie geht nicht weg.» Afghanistan sei entscheidend im Kampf gegen den Terrorismus.

Gates räumte ein, dass der Einsatz in Afghanistan sich «dramatisch» unterscheide von allem, was die NATO davor gemacht habe. Es sei der erste Bodenkrieg des Bündnisses.

(sda)

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