Militär: Pentagon hebt Trumps Transgender-Verbot wieder auf
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MilitärPentagon hebt Trumps Transgender-Verbot wieder auf

Unter Donald Trump durften Transgenderpersonen nicht mehr ins Militär einrücken. Das neue US-Verteidigungsministerium unter Joe Biden hat diese und andere Beschränkungen wieder aufgehoben.

Die USA wollen das «beste und fähigste Team bleiben» – ungeachtet der Geschlechtsidentität, so Verteidigungsminister Lloyd Austin. (Symbolbild)

Die USA wollen das «beste und fähigste Team bleiben» – ungeachtet der Geschlechtsidentität, so Verteidigungsminister Lloyd Austin. (Symbolbild)

AFP

Das US-Verteidigungsministerium hat die weitreichenden Beschränkungen für Transgenderpersonen im Militärdienst aufgehoben. Neue Richtlinien sollen ihnen besseren Zugang zu medizinischer Hilfe und Unterstützung bei einer Geschlechtsumwandlung ermöglichen, teilte Pentagon-Sprecher John Kirby am Mittwoch mit. Die neuen Vorschriften erlauben es demnach Transgenderpersonen, die die Militärstandards erfüllen, zum Militär einzurücken und offen in ihrem selbst identifizierten Geschlecht zu dienen.

US-Präsident Joe Biden hatte kurz nach seinem Amtsantritt die von seinem Vorgänger Donald Trump erlassenen Beschränkungen für den Militärdienst von Transgenderpersonen aufgehoben und das Verteidigungsministerium angewiesen, binnen zwei Monaten neue Richtlinien zu erlassen. Verteidigungsminister Lloyd Austin hat ausserdem angeordnet, alle Fälle zu überprüfen, in denen Militärangehörige wegen ihrer Geschlechtsidentität aus dem Dienst entlassen worden sind.

Trump stoppte mehrere Vorhaben

«Das Militär der Vereinigten Staaten ist die grösste kämpfende Kraft auf dem Planeten, weil wir aus einem Freiwilligenteam bestehen, das bereit ist, für die Rechte und Freiheiten aller Amerikaner einzutreten und sie zu verteidigen», sagte Austin in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. «Wir werden das beste und fähigste Team bleiben, weil wir das bestmögliche Talent nutzen, das Amerika zu bieten hat, egal welcher Geschlechtsidentität.»

Bis vor fünf Jahren konnten Militärangehörige aus dem US-Militärdienst entlassen werden, wenn sie Transgender waren. Ab 2016 durften sie bei den Streitkräften bleiben, ab 2017 sollten sie sich auch rekrutieren lassen können. Dieses Vorhaben stoppte Trump jedoch; Menschen sollten nur noch mit ihrem «Geburtsgeschlecht» beim Militär dienen dürfen. Nach längeren Rechtsstreitigkeiten wurde dieses Vorhaben dahingehend entschärft, dass Personen, die vor April 2019 eine Hormonbehandlung oder Geschlechtsumwandlung hatten, in den Streitkräften bleiben durften. Neu beitreten durften Transgenderpersonen aber nicht.

(DPA/roy)

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