«Easyjet-Dschihad»: Per Billigflieger in den Syrienkrieg
Aktualisiert

«Easyjet-Dschihad»Per Billigflieger in den Syrienkrieg

Nie war es für Schweizer Gotteskrieger einfacher, nach Syrien in den Heiligen Krieg zu reisen. «Easyjet-Dschihad» nennt sich das Phänomen. Hürden gibt es kaum.

von
pat
Kämpfer der Al Kaida marschieren durch die Strassen Syriens.

Kämpfer der Al Kaida marschieren durch die Strassen Syriens.

Derzeit befinden sich zehn Schweizer in Syrien - das Motiv ist unklar. Dass sie als Dschihadisten in das Gebiet reisten, wäre durchaus denkbar. Denn gemäss Dschihad-Forscher Lorenzo Vidino war es nie einfacher, in die Schlacht zu ziehen. Das habe mit praktischen Gründen zu tun, mit dem «Easyjet-Dschihad», wie er das Phänomen nennt. Wer frühmorgens in den Billigflieger mit Reiseziel Südtürkei steige, stehe noch am selben Abend an der Grenze zu Syrien.

Hürden gibt es kaum: Einerseits ist eine Überwachung solcher Aktivitäten durch den Geheimdienst schwierig, andererseits können einem Dschihadisten, gegen den keine Ausreisesperre vorliegt, keine Reisen verboten werden, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.

Rückkehr ist heikel

Heikel sei nicht die Ausreise, sondern die Rückkehr aus Gebieten des Dschihads. Es bestehe die Gefahr, dass sie in der Schweiz rekrutieren oder sogar Terroranschläge planen könnten, warnt Felix Endrich, Sprecher des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB). Man müsse stets auf der Hut sein, meint auch Vidino. «Die Krieger wurden im Westen radikalisiert.»

Die EU-Innenminister diskutierten gestern darüber, wie man den Rückkehrern begegnen soll. Auch der Schweizer EU-Botschafter war dabei. Ende April kommt das Thema in Interlaken erneut zur Sprache: Dann treffen sich die Mitglieder der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

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