Basel: Per Initiative Rauchverbot kippen?
Aktualisiert

BaselPer Initiative Rauchverbot kippen?

Seit knapp sechs Wochen sind die Basler Baizen rauchfrei. Dem Wirteverband ist das Verbot viel zu streng, es soll gemildert werden.

von
Anna Luethi
Rauchen ist momentan nur in unbedienten Fumoirs gestattet. (lua)

Rauchen ist momentan nur in unbedienten Fumoirs gestattet. (lua)

Den Wirten stinkt das Rauchverbot gewaltig: «Es schiesst über das Ziel hinaus. Die vielen Raucherclubs zeigen, dass es ein enormes Bedürfnis nach bedienten Raucherbereichen gibt», sagt Wirteverband-Präsident Josef Schüpfer. An der Generalversammlung vom Montag beschlossen 120 Wirte einstimmig, eine kantonale Volks­initiative «Für massvollen Nichtraucherschutz» zu lancieren. Die strenge Basler Regelung soll der moderateren Bundeslösung weichen. «Besonders Szenerestaurants, Bars und Kleinbetriebe hatten seit Einführung des Verbots extreme Probleme», so Schüpfer. So litten ein Drittel der hiesigen Beizen seit Anfang April schwer. Ab Herbst sammelt der Wirteverband deshalb Unterschriften, noch 2011 soll es laut Schüpfer zur Abstimmung kommen.

Das passt der Lungenliga beider Basel gar nicht: «Wir sind enttäuscht und verärgert über den Wirteverband», sagt Geschäftsführer Urs Brütsch. Die Wirte seien unter Druck, weil der Verein Fümoar bröckle. Dennoch werde man nicht gegen die Initiative vorgehen. Denn auf nationaler Ebene ist die Lungenliga dabei, einen strengeren Nichtraucherschutz à la Basel zu erwirken – die entsprechende Initiative wird nächsten Dienstag eingereicht.

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