Aktualisiert 21.01.2016 13:08

Internet-Risiken

«Per Klick zur Bitch» – Bund warnt mit Comics

In 15 Storys macht der Bund auf die Gefahren des Internets aufmerksam. Die Comics sind bei Schulen und Vereinen ein Renner.

von
daw

Julia wird von Internetbekanntschaft Romeo erpresst. Sie hatte ihm vor dem ersten Date ein Nacktbild geschickt. Der Mann droht, das Bild auf Pornoseiten zu veröffentlichen, wenn sie ihm nicht weitere schickt. Dank des Grossvaters schaltet Julia die Polizei ein – laut dem Bund in solchen Fällen immer die richtige Lösung.

Diese und 14 weitere Comic-Geschichten finden sich in einer Broschüre, die das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) neu aufgelegt hat. Tipps gibt es für Internet-Gefahren wie Sexting, Cybermobbing, Internetsucht, teure Apps oder gefälschte Waren in Online-Shops (siehe Bildstrecke).

«Wir wollten besonders auch Junge ansprechen»

Die Geschichten tragen teilweise vielsagende Titel: «Per Klick zur Bitch», heisst einer der Comics. Darin ist Yasmin untröstlich: Sie hatte ihrem Ex Kevin kurz vor der Trennung ein Nacktbild aufs Smartphone geschickt – jetzt hat es die ganze Schule gesehen. Ein anderer Comic trägt den Titel «Schweine im Überall» und thematisiert die Gefahr von Pädophilen im Netz.

Laut Alexandre Milan, Koordinator Informationsgesellschaft beim Bakom, stellen die Comics typische Fälle dar, mit denen sich Fach- und Bundesstellen konfrontiert sehen. Die für eine Bundespublikation ungewöhnlich direkte Sprache komme sehr gut an. «Wir wollten besonders Junge ansprechen.» Dies gelinge mit einer spröden Broschüre in Amtssprache kaum.

100'000 Stück sind schon weg

Den richtigen Ton scheint man getroffen zu haben: In eineinhalb Monaten wurden schon 100'000 Stück der gedruckten Broschüre abgesetzt, jetzt werden noch einmal so viele in allen Landessprachen gedruckt. «Die Comics sind bei Vereinen und Schulen beliebt», so Milan. Gerade Lehrer schätzten sie, um auf humorvolle Art und Weise eine vertiefte Diskussion zu lancieren.

Das Projekt hat ausschliesslich der Druckkosten rund 50'000 Franken gekostet. Alle Konzepte, Texte und die Website wurden intern im Bakom erstellt. 2010 war die Broschüre bereits einmal erschienen. Laut Milan hat sich aber eine völlig überarbeitete Neuauflage aufgedrängt: Smartphones und soziale Netzwerke waren damals erst am Rand ein Thema, Phänomene wie Sextortion oder die Handysucht fehlten ganz.

Hier können Sie alle Comics nachlesen. Zudem gibt es ausführliche Tipps zu jedem Beispiel.

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