Peres trifft Abbas

Aktualisiert

Peres trifft Abbas

Sechs Wochen nach dem Wahlsieg der Hamas bei der palästinensischen Parlamentswahl hat Israel die Isolation der Autonomiebehörde überraschend beendet: Exministerpräsident Schimon Peres traf sich in Jordanien mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas.

Das Büro des amtierenden israelischen Ministerpräsidenten bestätigte das Treffen. Es sei ausschliesslich um Wirtschaftsfragen gegangen, hiess es. Der Fernsehsender Channel 2 berichtete dagegen, es seien auch andere Themen auf der Tagesordnung gewesen.

Nähere Einzelheiten wurden nicht bekannt, dennoch gilt das Treffen als wichtiges Signal für den künftigen Kurs der israelischen Regierung. Peres ist ein Führungsmitglied aus Olmerts Kadima-Partei, die mit grossem Vorsprung in die Parlamentswahl am 28. März geht. Mit seinem Besuch in Jordanien wollte Peres offenbar Wähler aus dem Lager der Moderaten für die Partei gewinnen.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak rief Israel und die radikalislamische Hamas am Montag zu sofortigen Gesprächen nach der Regierungsbildung in den palästinensischen Autonomiegebieten auf. Beide Seiten müssten ihre harten Positionen aufgeben, um Gewalt und Chaos zu vermeiden, mahnte Mubarak nach Gesprächen mit dem österreichischen Präsidenten Heinz Fischer in Wien. Zugleich bat er die internationale Staatengemeinschaft, die Palästinenser auch weiterhin finanziell zu unterstützen.

Die israelischen Streitkräfte erhöhten unterdessen ihre Alarmbereitschaft an der Grenze zum Libanon, wie ein Militärsprecher mitteilte. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Der Militärrundfunk berichtete jedoch unter Berufung auf Geheimdienstberichte, die libanesische Hisbollah-Miliz plane Angriffe oder Entführungen israelischer Soldaten.

Das Verteidigungsministerium erklärte, angesichts des bevorstehenden jüdischen Purim-Festes und der israelischen Parlamentswahl in zwei Wochen sei eine Hisbollah-Offensive derzeit wahrscheinlicher. Israel hat im Mai 2000 nach 18-jähriger Besatzung seine Truppen aus dem Süden des Libanons abgezogen. Die schiitische Hisbollah kämpft weiter gegen die israelische Kontrolle über die so genannten Schebaa-Höfe in der Grenzregion. (dapd)

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