Aktualisiert 05.01.2011 22:54

Wintersport

Perfekte Pisten dank Sonargeräten

Seit 2007 setzt Verbier Sonargeräte ein, um die Skipisten zu präparieren. Dadurch wird nicht nur die Qualität der Pisten verbessert.

von
Pierre Berclaz, sda
In Verbier helfen Sonargeräte, die Pisten zu präparieren.

In Verbier helfen Sonargeräte, die Pisten zu präparieren.

Seit geraumer Zeit verwendet die Bergbahngesellschaft Téléverbier GPS-Geräte bei der Pistenpräparation. Mit deren Hilfe können etwa die Pistenfahrzeuge präziser platziert werden, so dass weniger Fahrten nötig sind.

Seit 2007 kommen nun auch Sonargeräte zum Einsatz. Die dadurch generierten Informationen wurden direkt in jene Computersoftware eingespeist, welche die Pistenpläne erstellen, sagt Eric Balet, Direktor von Téléverbier, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Das Unternehmen rüstete fünf seiner insgesamt 23 Pistenfahrzeuge mit Sonargeräten aus. Diese sind jedoch nicht ganz billig: Eines kostet zwischen 40 000 und 50 000 Franken.

Präziserer Einsatz von Schneekanonen

Im Einsatz messen die Geräte alle zwei Sekunden die Höhe der Schneedecke - auf fünf Zentimeter genau. Diese Informationen werden direkt an alle anderen Pistenfahrzeuge weitergegeben.

Dadurch wissen die Fachleute exakt, wo genügend Schnee vorhanden ist und wo nicht. Entsprechend kann reagiert werden: Ist die Schneedecke dünn, darf die Piste nicht zu stark bearbeitet werden, damit nicht am Ende Steine die Abfahrt der Wintersportler erschweren. So lässt sich dank der technischen Geräte laut Balet die Qualität der Pisten verbessern, vor allem gegen Ende der Saison.

Doch die Einführung der Sonargeräte lohnt sich für Téléverbier auch finanziell: Die Schneekanonen lassen sich gezielter einsetzen. So können Wasser und Strom gespart werden. Balet spricht von Einsparungen zwischen 25 und 40 Prozent - je nach Saison.

Interesse an Verbiers System

Der Einsatz dieser Technologie hat mittlerweile das Interesse anderer Skiliftbetreiber geweckt. So haben unter anderem Crans- Montana VS, Thyon VS, Portes du Soleil VS sowie Serre-Chevalier (FR) das System bereits gekauft.

Zurzeit generiert die Bergbahngesellschaft aus dem Verkauf seines Systems jährlich einen Umsatz von rund einer Million Franken. Balet will jedoch expandieren und seine Technologie weltweit vermarkten. Dazu muss Téléverbier jedoch die Kundenbetreuung gewährleisten - daran arbeitet das Unternehmen zurzeit noch.

Vor Konkurrenz, vor allem aus Österreich, fürchtet sich Balet nicht - ganz im Gegenteil. Er gibt sich zuversichtlich: «Wir sind denen zwei Jahre voraus.»

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