«Perle der Leguane» im Zürcher Zoo
Aktualisiert

«Perle der Leguane» im Zürcher Zoo

Der rund 15 Zentimeter lange Fidschi-Leguan gilt wegen seiner attraktiven Färbung als «Perle der Leguane». Er ist nach einer abenteuerlichen Reise im Zoo Zürich gelandet, wo man ihn bestaunen kann.

Auf den Fidschi- und Tongainseln der Südsee leben nur noch wenige Tausend der scheuen Baumbewohner. International figuriert die Kleinechse auf der roten Artenschutzliste der bedrohtesten Tiere. Zum Juwel kam der Zoo Zürich aus purem Zufall, wie Kurator Samuel Furrer am Presse-Apéro am Mittwoch ausführte.

Illegal eingeführt

Das Echsen-Pärchen sollte privat in die Schweiz eingeführt werden. Die strengen Einfuhrbestimmungen wurden jedoch missachtet. Deshalb wurden die beiden Fidschi-Leguane kurzerhand konfisziert und kamen in Quarantäne. Der Bund fragte den Zoo an, ob er den seltenen Tieren ein neues Heim bieten könne, worauf sie laut Furrer als «Dauerleihgabe» ins Exotarium des Zürcher Zoos kamen.

Dort fühlen sie sich so wohl, dass man jetzt gar auf einen Zuchterfolg in ein bis zwei Jahre hoffe, sagte Furrer. Als einziger weltweit hält und züchtet bisher der Zoo in San Diego (USA) Fidschi- Leguane in grösserer Zahl. Ein Zuchterfolg in Zürich wäre laut Furrer eine willkommene Blutauffrischung für die erst im Aufbau begriffene europäische Zoopopulation.

Vielfältigste Echsenfamilie

Die Leguane gelten mit rund 600 Arten als vielfältigste Familie unter den Echsen. Der Zürcher Zoo beherbergt ein halbes Dutzend verschiedener Leguane. Er deckt damit ein breites Grössen-Spektrum ab, das vom bis zu zwei Meter grossen Grünen Leguan bis zu den wenigen Zentimetern kleinen Anolis-Leguanen reicht.

Der Grüne Leguan mit seinem typischen Kamm auf dem Rücken ist zwar nicht akut vom Aussterben bedroht, aber wegen seines zarten Fleisches im Verbreitungsgebiet in Mittel und Südamerika teils stark dezimiert.

Die Schweiz verlangt seit kurzem für die grosse Echse eine Haltungsbewilligung - eine Tierschutzmassnahme, die sicherstellen soll, dass der Regenwaldbewohner artgerecht gehalten wird. Laut Furrer gab es wegen der Gesetzsänderung verschiedene Anfragen von privaten Haltern. Der Zoo wollte jedoch die Tiere nicht abnehmen. Ihm reichen die drei eigenen.

Einige mögen's heiss

Warm mögen es alle Leguane. Um den Grünen vor das Publikum zu locken hat der Zoo beispielsweise Heizungen an den Ästen angebracht. Und der südkalifornische Felsenleguan, ein Wüstenbewohner, liebt es gar heiss. So richtig agil werden die fantastisch gefärbten Kletterkünstler, von denen der Zoo Zürich zwei Exemplare beherbergt, wenn sie sich an der 40-Grad-Lampe aufgewärmt haben.

(sda)

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