Vergleich statt Prozess: Perler einigt sich mit russischer Klägerin
Aktualisiert

Vergleich statt ProzessPerler einigt sich mit russischer Klägerin

Der ehemalige Chef der Bundeskriminalpolizei hatte seine russiche Ex-Freundin einer Sicherheitsprüfung unterzogen. Vor dem Gericht konnte er eine Klage abwenden und sich auf einen Vergleich einigen.

von
Attila Szenogrady
«No comment»: Der ehemalige Bundeskripo Chef, Michael Perler, schweigt über den mit der Klägerin erzielten Vergleich.

«No comment»: Der ehemalige Bundeskripo Chef, Michael Perler, schweigt über den mit der Klägerin erzielten Vergleich.

Als der Fall Ende September 2011 ans Licht kam, musste Michael Perler als Chef der Bundeskriminalpolizei seinen Hut nehmen. Der Mittvierziger war ausgerechnet über seine schöne russische Freundin gestolpert. Er hatte sich in die Tochter eines russischen Berufsoffiziers im Frühling 2010 verliebt und hat sie später auf eine Geschäftsreise nach St. Petersburg mitgenommen.

Zuvor hatte er sie ohne ihr Wissen einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Ohne seine Vorgesetzten darüber zu unterrichten. Was das Bundesverwaltungsgericht als widerrechtlich einstufte und Perler als ein Sicherheitsrisiko bezeichnete.

Der Fall hatte auch für die Russin erhebliche Folgen. Laut ihrem Anwalt Christian Widmer wurde sie durch die Presse an die Öffentlichkeit gezogen und verlor ihren Job als Sekretärin. Perler habe durch sein vorschriftswidriges Verhalten alles ausgelöst.

Schadenersatz und Genugtuung verlangt

Widmer klagte am Mittwoch am Bezirksgericht Meilen auf Persönlichkeitsverletzung und verlangte neben einer Genugtuung von 15'000 Franken einen Schadenersatz von rund 8000 Franken. Zusammen mit den Verfahrenskosten bezifferte sich die gesamte Forderung auf rund 25'000 Franken.

Nachdem der Anwalt des Beklagten die Anträge Widmers zurückgewiesen hatte, trafen sich die Parteien zu geheimen Vergleichsverhandlungen. Offenbar mit Erfolg. Bereits um 16 Uhr verliessen die Parteien mit einem abgeschlossenen Vergleich den Gerichtssaal. Der Inhalt des Kompromisses wurde denkbar einfach kommuniziert: «No comment».

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