Polizei setzt auf Facebook: «Person wusste gar nicht, dass sie vermisst wird»
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Polizei setzt auf Facebook«Person wusste gar nicht, dass sie vermisst wird»

Als einziges Polizeikorps der Zentralschweiz informiert die Kantonspolizei Schwyz über Ereignisse auf Facebook. Dies verbessere auch den Kontakt zur Bevölkerung.

von
Daniela Gigor
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Unfallmeldungen, Polizeieinsätze oder Zeugenaufrufe. Die Kantonspolizei Schwyz erreicht auf ihrer Facebookseite rund 11'500 Personen. «Dies bringt besonders im Kontakt zur Bevölkerung sehr viel», sagt Mediensprecher David Mynall.

Unfallmeldungen, Polizeieinsätze oder Zeugenaufrufe. Die Kantonspolizei Schwyz erreicht auf ihrer Facebookseite rund 11'500 Personen. «Dies bringt besonders im Kontakt zur Bevölkerung sehr viel», sagt Mediensprecher David Mynall.

Facebook/ Kantonspolizei Schwyz
Ein kleiner Brand in einer Kirche auf der Facebook-Seite der Kantonspolizei Schwyz.

Ein kleiner Brand in einer Kirche auf der Facebook-Seite der Kantonspolizei Schwyz.

facebook/Kantonspolizei Schwyz
Die Meldung eines Verkehrsunfalles.

Die Meldung eines Verkehrsunfalles.

facebook/Kantonspolizei Schwyz

Um auch die jungen Leute mit Informationen zu erreichen, setzt die Kantonspolizei Schwyz seit 2011 auf Facebook. «Dies bringt besonders im Kontakt zur Bevölkerung sehr viel», sagt Mediensprecher David Mynall. Seit in Dörfern Polizeiposten geschlossen wurden, setzt die Bevölkerung bei hauptsächlich rechtlichen Fragen auf Facebook. Mynall: «Am Donnerstag etwa hat jemand gefragt, ob er in einer bestimmten Quartierstrasse parkieren dürfe.»

Auch wenn mittels Medienmitteilungen Zeugen gesucht werden, wurden der Kapo Schwyz Hinweise via Facebook hinterlassen. «Wir hatten auch schon Erfolg, als wir eine Vermisstmeldung veröffentlichten. Die betroffene Person sah ihr veröffentlichtes Foto auf Facebook. Dieser Person war gar nicht bewusst, dass sie vermisst wird, und sie hat sich dann bei uns gemeldet und mitgeteilt, dass alles in Ordnung sei», so Mynall weiter.

Facebook als Vorteil bei rasch ändernden Situationen

Facebook werde auch genutzt, wenn wichtige Verkehrsmeldungen rasch verbreitet werden sollen. So etwa geschehen Anfang Januar 2018, als der Wintersturm Burglind über die Schweiz fegte. Obwohl sich die Kantonspolizei Schwyz bereits den Namen für Twitter gesichert hat, wird bisher einzig die Facebook-Seite von der Medienstelle täglich bewirtschaftet. Dies sei nicht mit grossem Aufwand verbunden und gehöre zum Alltag der Medienstelle.

Kapo Schwyz erhält eher selten böse Kommentare

So ging am Donnerstag, 6. September 2018 um 17 Uhr die Meldung ein, dass zwei Knaben von einem Mann angesprochen wurden. Die Polizei konnte klären, was vorgefallen ist, und auch mit dem Mann sprechen. Es bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die Kinder. Weil die Warnung vor dem Mann auch per Whatsapp verbreitet wurde, gab es viele Reaktionen auf der Facebook-Seite der Kapo.

Wenn solche Diskussionen los gehen, kann es sein, dass ihn ab und an eine Push-Nachricht auf seinem Handy auch ausserhalb der Arbeitszeiten erreiche. Im allgemeinen stellt Mynall auch den Verfassern von Kommentaren ein gutes Zeugnis aus: «Böse Kommentare werden etwa geschrieben, wenn das Thema emotional ist, wie etwa Geschwindigkeitskontrollen oder Tuning.»

Bezüglich Polizeimeldungen ist die Zentralschweiz abgesehen vom Kanton Schwyz eher ein Ödland: Mitteilungen der Kantonspolizei Uri werden automatisch und über Facebook-Auftritt des Kantons veröffentlicht. Bei der Zuger und der Luzerner Polizei werden bisher andere Kanäle zur Veröffentlichung von Neuigkeiten genutzt. Dies könnte sich jedoch ändern: Bei beiden Korps stehen die Themen Soziale Medien aber auch zur Diskussion.

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