Alle Personen identifiziert - 6-jähriger Bub unter Todesopfern von Bivio
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Alle Personen identifiziert6-jähriger Bub unter Todesopfern von Bivio

Am Samstagabend sind ein Motorflugzeug sowie ein Segelflieger abgestürzt. Nun konnten die fünf Opfer identifiziert werden.

von
Jeremias Büchel
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Im Segelflieger befand sich ein 51-Jähriger aus dem Kanton Zürich. 

Im Segelflieger befand sich ein 51-Jähriger aus dem Kanton Zürich.

Kapo GR
Im Motorflieger sind vier Personen gesessen. 

Im Motorflieger sind vier Personen gesessen.

Kapo GR
Am Samstag sind das Segel- und das Motorflugzeug in der Nähe voneinander abgestürzt. 

Am Samstag sind das Segel- und das Motorflugzeug in der Nähe voneinander abgestürzt.

Kapo GR

Darum gehts

  • In der Albula-Region bei Bivio sind am Samstag ein Segelflugzeug und ein Motorflieger verunfallt.

  • Dabei sind fünf Personen ums Leben gekommen.

  • Mittlerweile konnte die Identifizierung der Opfer abgeschlossen werden.

  • Bei den Opfern handelt es sich um einen Zürcher (51), der den Segelflieger geflogen hatte, sowie zwei Neuenburger, 72 und 44 Jahre alt und eine Französin (41) und deren Sohn (sechs) im Motorflieger.

  • Die Gründe für die beiden Unfälle werden nun untersucht.

  • Die Ermittlungen stehen erst am Anfang.

Bei den Absturzopfern handelt es sich um drei Männer, eine Frau sowie einen Knaben. Pilot des Segelfliegers war ein 51-Jähriger, der im Kanton Zürich wohnhaft war. Die beiden lizenzierten Piloten des Motorflugzeuges, ein 72-Jähriger sowie ein 44-Jähriger, waren im Kanton Neuenburg wohnhaft. Die 41-jährige Frau sowie ihr sechsjähriger Sohn, beides französische Staatsangehörige, waren im Kanton Waadt wohnhaft. Das teilt die Kantonspolizei Graubünden am Mittwochmorgen mit.

Spekulationen über Zusammenstoss

Nach den beiden Flugunfällen wird spekuliert, ob die beiden Fluggeräte möglicherweise in der Luft zusammengestossen sind. Auf den Bildern der Absturzstelle ist zu sehen, dass der Motorflieger vermutlich mit grosser Wucht auf dem Boden aufgeschlagen ist. Beim Segelflieger deuten die Bilder eher auf eine Notlandung hin. Die Aufnahmen zeigen auch auf, dass ein weisser Segelflieger bei Schnee schwer zu sehen ist. «Die weisse Farbe und die dünne Silhouette eines Segelflugzeugs machen es im Flug schwer zu erkennen. Noch mehr in der Höhe, wenn Schnee liegt» sagte dazu Gabriel Rossier, Präsident des Flugplatzes Bex, kürzlich zu 20 Minutes. Ob die beiden Flieger zusammengestossen sind, ist Teil der laufenden Untersuchung. «Angesichts der Entfernung zwischen den Wracks wäre es ein unglaublicher Zufall, wenn es sich nicht um eine Kollision handeln würde», sagt Experte Rossier.

Alarmsystem hätte möglicherweise Unfall verhindert

«Möglichkeiten für die Unfallursache gibt es viele», sagt Hansjörg Bürgi, Chefredaktor von SkyNews.ch. Dass die beiden Flugzeugwracks nur rund einen Kilometer voneinander entfernt gefunden wurden, das sei seltsam. Segelflieger seien normalerweise mit dem Alarmsystem FLARM ausgestattet. Mit welchem System der Motorflieger ausgestattet war, wisse er nicht. Wenn aber beide Flieger mit einem Alarmsystem ausgestattet gewesen waren, hätte eigentlich ein Zusammenstoss verhindert werden sollen. Beide Piloten sind auf Sicht geflogen, es könnte sein, dass sie sich nicht gesehen und sich die Flugzeuge touchiert haben. «Das alles ist jedoch reine Spekulation.» Bürgi hat erstaunt, dass der Motorflieger nicht bereits am Samstag als vermisst gemeldet wurde.

Langwierige Untersuchungen stehen an

In Absprache mit der Bundesanwaltschaft hat die Staatsanwaltschaft Graubünden zusammen mit der Kantonspolizei Graubünden die ersten Ermittlungen durchgeführt. Am Sonntagabend hat die Bundesanwaltschaft die Verfahrensleitung übernommen. Durch die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST wird der Unfallhergang abgeklärt. Die Untersuchung zu den möglichen Unfallursachen ist aufwendig und wird voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Bereits klar ist laut SUST, dass der Segelflieger mit einem sogenannten Emergency Locator Transmitter (ELT) ausgestattet war. Diese Geräte senden bei einem Absturz ein Signal, welches von Rettungskräften lokalisiert werden kann. «Ob es zu einer Kollision zwischen den beiden Flugzeugen gekommen ist, wird gegenwärtig von der Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle noch untersucht», so die SUST. «Falls ja, werden auch die tieferliegenden Gründe im Zug der Sicherheitsuntersuchung noch abgeklärt werden.»

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Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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