Peru löst Geheimdienst auf

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Peru löst Geheimdienst auf

Als Konsequenz aus Verstrickungen in das Korruptionsnetz des früheren Präsidenten Albert Fujimori hat die peruanische Regierung den Geheimdienst aufgelöst.

Regierungschef Carlos Ferrero begründete diesen Schritt am Montag in Lima mit dem Rücktritt des Chefs des Nationalen Geheimdienst-Rates (CNI), Ricardo Arbocco, wegen Kontakten zum früheren Geheimdienstchef unter Fujimori, Vladimiro Montesinos.

Arbocco trat Ferrero zufolge nach nur 48 Stunden im Amt zurück, um «Schaden von der Regierung von Präsident Alejandro Toledo abzuwenden». Daraufhin habe die Regierung beschlossen, den Dienst aufzulösen und sein Hauptquartier im Süden der Hauptstadt zu schliessen.

Die Aufgaben des Dienstes würden dem Geheimdienst der Armee und der Polizei übertragen, sagte Ferrero. Arbocco war bereits der siebte Geheimdienstchef seit dem Amtsantritt Toledos vor knapp drei Jahren. Bereits mehrere von Arboccos Amtsvorgängern hatten Kontakte zum Umfeld Montesinos'.

Die Regierung Toledo ist seit Monaten in Skandale verstrickt. Dabei geht es vor allem um Korruptionsvorwürfe und Geheimgespräche mit dem Umfeld des berüchtigten Ex-Geheimdienstchefs. Die Regierung soll angeboten haben, auf einen gegen Montesinos laufenden Bestechungsprozess Einfluss zu nehmen.

Montesinos war der wichtigste Vertraute Fujimoris. Er stand im Mittelpunkt eines Bestechungsskandals, über den Fujimori im Jahr 2000 stürzte. Montesinos wurde nach monatelanger internationaler Fahndung im Juni 2001 in Venezuela gefasst.

Die berüchtigte einstige rechte Hand von Ex-Präsident Fujimori steht derzeit wegen Waffenschmuggels an die kolumbianische Guerilla in Peru vor Gericht.

(sda)

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