Aktualisiert

Perus Ex-Präsident Fujimori in Chile verhaftet

Der frühere peruanische Präsident Alberto Fujimori ist kurz nach seiner überraschenden Einreise in Chile festgenommen worden.

Der 67-jährige Fujimori liess sich ohne Widerstand in seinem Hotel in der Hauptstadt Santiago de Chile festnehmen.

Dies verlautete am Montag aus Polizeikreisen. Perus Botschafter in Santiago, José Antonio Meier, kündigte unterdessen an, sein Land werde die Auslieferung Fujimoris beantragen.

Gegen den vor fünf Jahren nach Japan geflüchteten früheren Präsidenten, der von 1990 bis 2000 im Amt war, sind in Peru noch mehr als 20 Verfahren anhängig. Er wurde per internationalem Haftbefehl gesucht.

Die peruanische Justiz wirft dem ehemaligen Staatschef unter anderem Beteiligung an Mord, Entführung, dem Verschwindenlassen von Personen während der Niederschlagung der Terrorgruppe «Sendero Luminoso» (Leuchtender Pfad) während der 90er Jahre und Korruption vor.

Rückkehr nach Peru

Fujimoris Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos, der das Land mit einem Netz aus Spitzeln überzogen und Schmiergeld gezahlt hatte, steht zurzeit in Peru vor Gericht.

Fujimori war am Sonntag überraschend nach Chile gereist, wo er sich nach eigenen Angaben auf die Präsidentschaftswahlen im April kommenden Jahres in Peru vorbereiten wollte. Grundsätzlich ist ihm aber bis 2011 jede politische Betätigung verboten.

«Ich will eine Zeit lang in Chile bleiben, um anschliessend nach Peru zurückzukehren», sagte der 67-Jährige in einer von dem Radiosender RPP in der peruanischen Hauptstadt Lima verlesenen Erklärung Fujimoris, kurz vor dessen Festnahme. (sda)

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