Pet-Flaschen: Pfandpflicht droht
Aktualisiert

Pet-Flaschen: Pfandpflicht droht

Steigt der Rücklauf der PET-Flaschen nicht auf 75 Prozent in diesem Jahr, droht die Einführung einer Pfandpflicht.

Steigt nämlich der Rücklauf der PET-Flaschen nicht auf 75 Prozent in diesem Jahr, droht die Einführung einer Pfandpflicht.

Die Verordnung über Getränkeverpackungen verlangt, dass drei von vier verkauften PET-Flaschen verwertet werden müssen. Die Rücklaufquote ist jedoch seit 2002 unter den erforderlichen 75 Prozent. Im vergangenen Jahr sank sie gar um ein Prozent auf 71 Prozent. Vor allem bei den kleinen 0,33- oder 0,5-Liter-PET-Flaschen hapert es; über die Hälfte davon landet nämlich statt in PET-Sammelbehältern im Abfallkübel. Konkret fehlten 2003 insgesamt 1.840 Tonnen PET-Flaschen. Sollte dieses Manko auch in diesem Jahr nicht wettgemacht werden, wird der Bund ein Pfand auf PET-Flaschen prüfen. Dies würde allerdings zu Mehrkosten führen. Heute werden in der Schweiz pro Jahr rund 1,2 Milliarden PET-Flaschen abgesetzt. Rücknahme und Kontrolle der Flaschen zusammen mit der Auszahlung des Pfandes dürften jährliche Mehrkosten von etwa 120 Millionen Franken verursachen, die letztlich die Konsumenten tragen müssten.

Um dies zu vermeiden, hat PET-Recycling Schweiz nun eine Kampagne gestartet, wie die Organisation am Freitag mitteilte. Mit Plakaten und Aufrufen in den Medien sollen die Konsumenten motiviert werden, in ihrem Büro und in ihrem Betrieb leere PET-Flaschen zu rezyklieren. PET-Recycling hofft insbesondere, dass möglichst viele Betriebe PET-Container aufstellen. Die Erfahrung zeigt laut PET-Recycling Schweiz nämlich, dass PET-Flaschen meistens richtig entsorgt werden, wenn entsprechende Container vorhanden sind. Deshalb werden permanent auch neue Sammelstellen eröffnet: Seit Anfang Jahr wurden wöchentlich 50 Sammelstellen aufgestellt, so dass im Mai bereits mehr als 20.000 Sammelstellen vorhanden waren. Über 7.000 Detaillisten und weitere 13.000 Betriebe ausserhalb des Detailhandels machen gegenwärtig beim PET-Recycling mit.

Die Zeit dränge, sagte Jean-Claude Würmli von PET-Recycling Schweiz. Sollte es nicht gelingen die Sammelquote in den nächsten Wochen markant zu steigern, drohe die Einführung des PET-Flaschen-Pfandes. Das erste Halbjahr lief bisher aber nicht schlecht.

Wie wahrscheinlich die Einführung eines Pfandes ist, ist beim Bund noch unklar. Im Moment sei es noch nicht möglich, Schätzungen für das laufende Jahr abzugeben, sagte Hansjörg Buser von der Abteilung Abfall im Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL). Die Ausweitung des Sammelstellennetzes beginne erst jetzt richtig zu greifen. Genaue Zahlen werden erst im kommenden Sommer vorhanden sein. (dapd)

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