«Greenwashing» – Peta knöpft sich Luzerner Tiermesse vor und will diese verbieten
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«Greenwashing»Peta knöpft sich Luzerner Tiermesse vor und will diese verbieten

Im Mittelpunkt der «Suisse Tier 2021» in Luzern steht das Thema Umwelt und Klima. Das sorgt für Kritik aus dem Lager der Tierschützer. Die Massentierhaltung könne gar nicht umweltfreundlich sein.

von
Nathan Keusch
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Die Nutztiermesse «Suisse Tier 2021» erntet Kritik von der Tierschutzorganisation Peta.

Die Nutztiermesse «Suisse Tier 2021» erntet Kritik von der Tierschutzorganisation Peta.

Messe Luzern AG
Die «Suisse Tier» ist ein Treffpunkt für die Schweizer Nutztierbranche. Dieses Jahr sollen 140 Tiere ausgestellt werden.

Die «Suisse Tier» ist ein Treffpunkt für die Schweizer Nutztierbranche. Dieses Jahr sollen 140 Tiere ausgestellt werden.

Messe Luzern AG
Die Veranstaltung findet vom 26. bis 28. November auf der Messe Luzern statt. 

Die Veranstaltung findet vom 26. bis 28. November auf der Messe Luzern statt.

Messe Luzern AG

Darum gehts

  • Vom 26. bis 28. November findet auf der Messe Luzern die «Suisse Tier 2021» statt.

  • Im Fokus soll das Thema Umwelt und Klima stehen.

  • Die Tierschutzorganisation Peta wirft den Veranstaltern Greenwashing vor und fordert ein Verbot der Messe.

160 Stände, 140 ausgestellte Tiere: Das ist die «Suisse Tier 2021», ein Treffpunkt für die Schweizer Nutztierbranche. Die Messe findet vom 26. bis 28. November auf der Messe Luzern statt und will sich ausführlich mit dem Thema Umwelt und Klima auseinandersetzen.

«Eine nachhaltige Landwirtschaft braucht die Pflanzen- und Tierproduktion», erklärt Messeleiter Philipp Meier. Jedoch brauche es Lösungen, um die negativen Auswirkungen der Nutztierhaltung auf die Umwelt zu reduzieren. «Wir müssen das Problem jetzt angehen, um die kommenden Veränderungen aktiv mitzugestalten.» Die Suisse Tier biete dazu die richtige Plattform.

Peta fordert Messeverbot

Ganz anderer Meinung ist die Tierschutzorganisation Peta. Sie fordert vom Bundesrat die Abschaffung solcher Veranstaltungen. «Die Suisse Tier weckt den Zorn von Peta, denn sie hält daran fest, die Welt in ein Massengrab für Milliarden Tiere zu verwandeln», sagt die Agrarwissenschaftlerin Lisa Kainz von Peta. Die Nutztierbranche sei massgeblich mitverantwortlich für die Umweltzerstörung und die Klimakrise.

Weiter wirft Kainz der Suisse Tier Greenwashing vor. «Die Messe versucht die Nutztierhaltung weiterhin zu legitimieren und will mit dieser Themensetzung die Tierhaltung als zukunftsfähige Industrie darstellen», erklärt sie und ergänzt: «Doch das ist sie nicht.» Laut Kainz versuchen solche Messen darüber hinwegzutäuschen, was in der Nutztierbranche wirklich stattfindet und das Tierleid schönzureden. Kainz sagt: «Für das Tierwohl und die Ökologie braucht es einen Kurswechsel hin zu veganer Ernährung und veganem Ökolandbau.»

Messe will Lösungsansätze bringen

«Die Nutztierbranche ist sich ihrer zentralen Rolle in der Ökologie durchaus bewusst», kontert Messeleiter Philipp Meier gelassen. In einer Abschaffung der Nutztiermesse sieht er aber keine nachhaltige Lösung, weil so eine Plattform wegfallen würde, um genau diese Themen anzugehen. «Wir nutzen die Suisse Tier, damit diese Thematik neutral und kontrovers diskutiert werden kann», sagt er. «So zeigen zum Beispiel Experten aus Forschung und Entwicklung, aber auch Produkthersteller an der Messe auf, welche Lösungsansätze sie haben.» Um Nutztierhalter für Umweltthemen zu sensibilisieren und die Lösungen einem möglichst grossen Publikum vorzustellen, eigne sich eine Messe besonders gut.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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