Luxemburg - Petition fordert zwei Tage frei für Frauen mit Periodenschmerzen
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LuxemburgPetition fordert zwei Tage frei für Frauen mit Periodenschmerzen

Eine Petition aus Luxemburg fordert einen Sonderurlaub für Frauen, die stark unter ihrer Menstruation leiden. In der Schweiz ist dies bislang noch kein Thema.

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Die Menstruation ist für sehr viele Frauen äusserst schmerzhaft. 

Die Menstruation ist für sehr viele Frauen äusserst schmerzhaft.

20min/Celia Nogler
In Luxemburg wird nun darüber diskutiert, ob Frauen bei Periodenschmerzen frei bekommen sollen. 

In Luxemburg wird nun darüber diskutiert, ob Frauen bei Periodenschmerzen frei bekommen sollen.

imago/Science Photo Library
Zwei Tage frei im Monat sollten Frauen laut Petition zustehen. 

Zwei Tage frei im Monat sollten Frauen laut Petition zustehen.

Imago

In Luxemburg ist Ende Mai eine Petition, die monatlich zwei freie Tage während der Menstruation fordert, auf grossen Zuspruch gestossen. «Es gibt keine genauen Zahlen, aber schätzungsweise haben um die fünf Prozent der Frauen in Luxemburg wirklich beeinträchtigende Perioden-Beschwerden und müssen fast den ganzen Tag Bettruhe wahren. Dieses Phänomen tritt häufiger bei jungen Mädchen auf», sagt Dr. Jean-Pierre Clees, Gynäkologe aus Alzette gegenüber «L’Essentiel».

«Wir haben in den letzten Jahren einen Rückgang beobachtet, der hauptsächlich auf die Verbreitung der Pille zurückzuführen ist. Frauen, die sie nicht einnehmen, sind anfälliger für sehr schmerzhafte Perioden», fährt er fort.

Periode kann zahlreiche Symptome auslösen

«Die Beschwerden halten zirka ein bis zwei Tage an», beschreibt der Arzt. Zwar sei das Schmerzempfinden sehr subjektiv, dennoch gingen beeinträchtigende Symptome in der Regel mit anderen medizinischen Faktoren oder Krankheiten einher.

Darunter Endometriose, bei der sich Gebärmutterschleimhaut-artige Zellen ausserhalb der Gebärmutterhöhle ansiedeln und starke Schmerzen verursachen. Oder die Stellung der Gebärmutter könne Schmerzen verursachen, wenn sich diese zum Beispiel nach hinten zum Steissbein hin orientiert.

«Der Schmerz wird durch Kontraktionen der Gebärmutter provoziert», erklärt der Gynäkologe. Über diese Schmerzen werden die Abgeordneten und Minister Luxemburgs in den kommenden Wochen diskutieren müssen.

In der Schweiz ist es bislang noch kein Thema. Im Kanton Waadt wurde ein Pilotprojekt lanciert, bei dem Gratis-Binden und -Tampons an Schulen angeboten werden sollen. Die Kantone Luzern, Wallis und Bern lehnten ähnliche Vorschläge bislang ab.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund der Geschlechtsidentität diskriminiert?

Hier findest du Hilfe:

Gleichstellungsgesetz.ch, Datenbank der Fälle aus Deutschschweizer Kantonen

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

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(l'essentiel/lub)

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