Filmfestival Cannes: Petition für Polanski
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Filmfestival CannesPetition für Polanski

Rund ein Dutzend Filmemacher haben zum Beginn des Festivals in Cannes eine Petition für ihren Kollegen Roman Polanski veröffentlicht, dem wegen Vergewaltigung die Auslieferung in die USA droht.

Es sei «unmöglich», jemanden wegen ein- und desselben Verbrechens zweimal zu verurteilen, schrieben Regisseure wie der chilenische Dokumentarfilmer Patricio Guzmán, der rumänische Filmemacher Cristi Puiu und der Schweizer Jean-Luc Godard in der am Dienstagabend veröffentlichten Solidaritätsbekundung.

Das Auslieferungsgesuch der Vereinigten Staaten gründe «auf einer Lüge». Frankreichs Kulturminister Frédéric Mitterrand sagte am Mittwoch im Nachrichtensender i-Télé, er habe die Petition nicht unterschrieben, weil er sich als Minister zurückzuhalten habe. Er sorge sich aber um Polanskis Gesundheit.

Der 76-jährige Polanski wurde am 26. September 2009 auf Grund eines Haftbefehls aus den USA bei der Einreise in die Schweiz in Zürich festgenommen und in Auslieferungshaft genommen. Seit Anfang Dezember sitzt er in seinem Ferienhaus im Berner Oberland mit einer elektronischen Fussfessel in Hausarrest.

Die US-Justiz will den polnischstämmigen Filmemacher für die Vergewaltigung einer Minderjährigen in den 70er-Jahren belangen, für die er seinerzeit 42 Tage in Haft gewesen war.

Der Oscar-Preisträger (»The Pianist») hatte vergangene Woche nach monatelangem Schweigen eine Erklärung im Internet abgegeben und darauf hingewiesen, dass er die mit der US-Staatsanwaltschaft vereinbarte Strafe seinerzeit abgesessen habe.

(sda)

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