Aktualisiert 18.05.2016 16:39

EM-Kader

Petkovic verzichtet auf Inler, Kasami und Klose

Vladimir Petkovic hat sein provisorisches EM-Aufgebot bekanntgegeben – inklusive Überraschungen.

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Definitives EM-KaderYann SommerPosition: TorClub: Borussia Mönchengladbach

Definitives EM-KaderYann SommerPosition: TorClub: Borussia Mönchengladbach

Keystone/Gaetan Bally
Roman BürkiPosition: TorClub: Borussia Dortmund

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Keystone/Gaetan Bally
Marwin HitzPosition: TorClub: Augsburg

Marwin HitzPosition: TorClub: Augsburg

Keystone/Dominic Steinmann

Im Fifa-Museum stand die Prominenz für einmal Schlange. Nach der Zürcher Fohlen-Mini-Tour der Borussia aus Mönchengladbach – der Bundesligist tourt derzeit durch die Schweiz – eröffnete Vladimir Petkovic dem medialen Publikum, mit welchem Personal er ab kommender Woche die Schweizer EM-Tournee vorbereiten wird.

Überraschungen beinhaltet seine Wahl im Grundsatz nicht. Nur in zwei Fällen verzichtet Petkovic auf Spieler, die während der Qualifikations-Kampagne nahezu ausnahmslos zum Kreis des Nationalteams gehörten; die eine Personalie betrifft den langjährigen Captain Gökhan Inler. Die eigentliche Abwahl des Mittelfeldspielers fand bereits im März statt. Nach 89 Länderspielen in mehrheitlich wichtiger Rolle verlor Inler seinen Status, weil er im englischen Fussball-Märchen von Leicester City keine Rolle mehr spielte; 2016 stand er während keiner Sekunde mehr auf dem Premier-League-Rasen.

Frei für Kasami

Pajtim Kasami, schon an der letzten WM nicht berücksichtigt, büsste im Finish der Sichtungsphase eher überraschend Kredit ein. Für den Mittelfeldspieler des griechischen Serienmeisters Olympiakos Piräus rückt Fabian Frei nach. Petkovic: «Er ist eine gute Alternative für Kasami.» Der frühere FCB-Stratege gehörte in der überzeugenden Schlussphase von Mainz zu den wichtigsten Figuren.

Als Antreiber im zentralen Mittelfeld war der frühere U21-EM-Finalist massgeblich an der Europa-League-Qualifikation beteiligt. Freis Comeback im Nationalteam zeichnete sich ab und verdeutlicht, dass Petkovic bei entsprechender Performance eines Spielers durchaus bereit ist, im Einzelfall von einst gefassten (Personal-)Planungen abzurücken.

Haris Seferovic gehört trotz einer bald sechsmonatigen Torflaute zum EM-Aufgebot. Zur Debatte stand seine Nominierung kaum je, weil der Selektionär angesichts der fehlenden Alternativen nicht auf den bulligen Stürmer verzichten kann. Aufgedrängt hat sich Eren Derdiyok - mit elf Toren in 30 Süper-Lig-Partien.

Zeit reicht nicht für Klose

Neben Inler und Kasami haben weitere frühere Hoffnungsträger den Cut nicht überstanden. Valentin Stocker war in Berlin nur noch zweite Wahl und somit ohne EM-Perspektiven. Herthas Captain Fabian Lustenberger fand ebenfalls keine Berücksichtigung. Und Norwichs Absteiger Timm Klose fiel wegen einer Knieverletzung aus den Traktanden Petkovics. «Er befindet sich auf dem Weg der Besserung, aber die Zeit reicht nicht», sagte der Nationaltrainer zu seinem Entscheid.

Rund 21 von letztlich 23 Startplätzen auf der definitiven Liste, die erst eine oder zwei Tage nach dem Test gegen Belgien zu erwarten ist, sind im Prinzip vergeben. Experimente sind keine zu erwarten. Nur wenige Optionen sind offen. Für das YB-Talent Denis Zakaria (19) bietet sich die Chance, sich nach einer guten U21-Ausscheidungs-Kampagne für das A-Team zu empfehlen.

Nicht alle rücken am Sonntag ein

Nicht alle EM-Kandidaten werden gleichzeitig ins Tessin reisen. Stephan Lichtsteiner peilt am kommenden Samstag in Rom gegen die AC Milan das zweite Double in Folge an, Keeper Roman Bürki steht gleichentags mit Borussia Dortmund im Cup-Final gegen Bayern München. Seferovic kämpft bis zum 23. Mai mit der Eintracht Frankfurt in der Bundesliga-Barrage gegen Nürnberg um den Klassenerhalt. Ein Teil der Super-League-Vertreter fehlt, weil die letzte Runde erst am nächsten Mittwoch im Programm steht.

Schweizer Aufgebot für das EM-Vorbereitungs-Camp in Lugano (22. Mai bis 3. Juni):

Tor: Roman Bürki (Borussia Dortmund), Marwin Hitz (Augsburg), Yvon Mvogo (Young Boys), Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach).

Verteidigung: Johan Djourou (Hamburger SV), Nico Elvedi (Borussia Mönchengladbach), Michael Lang (FC Basel), Stephan Lichtsteiner (Juventus Turin), François Moubandje (Toulouse), Ricardo Rodriguez (Wolfsburg), Fabian Schär (Hoffenheim), Philippe Senderos (Grasshoppers), Steve von Bergen (Young Boys), Silvan Widmer (Udinese).

Mittelfeld/Sturm: Valon Behrami (Watford), Eren Derdiyok (Kasimpasa), Blerim Dzemaili (Genoa), Breel Embolo (FC Basel), Gelson Fernandes (Rennes), Fabian Frei (Mainz), Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen), Haris Seferovic (Eintracht Frankfurt), Xherdan Shaqiri (Stoke City), Renato Steffen (FC Basel), Shani Tarashaj (Grasshoppers), Granit Xhaka (Borussia Mönchengladbach), Denis Zakaria (Young Boys), Luca Zuffi (FC Basel). (sda)

Stephan Lichtsteiner führt die Schweizer Nationalmannschaft als Captain an die EM-Endrunde nach Frankreich. Er wird Nachfolger des nicht aufgebotenen Gökhan Inler. Er machte damit offiziell, was erwartet worden war. Lichtsteiner war schon seit dem Rücktritt von Torhüter Diego Benaglio vor zwei Jahren nach der WM in Brasilien der Vize-Captain des Teams gewesen. Erster Stellvertreter von Lichtsteiner ist der Watford-Professional Valon Behrami, dahinter folgt in der Hierarchie Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach. (sda)

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