Nach der WM 2014: Petkovic wird neuer Nati-Trainer
Aktualisiert

Nach der WM 2014Petkovic wird neuer Nati-Trainer

Das Rätseln hat ein Ende: Vladimir Petkovic übernimmt nach der WM 2014 die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft.

von
als

Wie erhofft kann der Schweizerische Fussballverband noch vor Weihnachten informieren, wer nach der Weltmeisterschaft 2014 die Nachfolge von Ottmar Hitzfeld antritt. Wenig überraschend ist dies Vladimir Petkovic. Seit der Absage von Marcel Koller galt der 50-Jährige als aussichtsreichster Kandidat.

Der aktuelle Trainer des italienischen Serie-A-Klubs Lazio Rom unterzeichnete am Montag mit dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) einen vom 1. Juli 2014 vorerst bis Ende 2015 laufenden Vertag. Sollte er die nächste EM in Frankreich erreichen, verlängert sich das Engagement automatisch bis zum 10. Juli 2016.

Petkovic freut sich auf die Herausforderung: «Ich habe die Schweizer Mannschaft und ihre Entwicklung unter Ottmar Hitzfeld natürlich laufend verfolgt. Darum ist mir sehr wohl bewusst, dass ich zum einen ein schwieriges Erbe antrete, zum andern aber auch ein bestens aufgestelltes Team mit Perspektiven übernehmen darf.»

Wie lange Petkovic noch in Rom amten wird, ist unklar. Schon länger ist er dort wegen ungenügender Resultate in Ungnade gefallen. Seit 2012 ist der 50-Jährige in der italienischen Hauptstadt tätig. In der aktuellen Saison läuft es den Römern überhaupt nicht nach Wunsch. Nach 17 Runden belegt die Mannschaft lediglich Rang 10. Vergangenes Wochenende unterlagen sie Hellas Verona auswärts 1:4. Es war zu erwarten, dass sich Petkovics Zukunft in Rom nach der letzten Partie 2013 entscheiden würde.

Pont hört nach der WM auf

Mit der Verpflichtung von Petkovic gibt der Verband zugleich bekannt, dass auch Michel Ponts Zeit nach der WM 2014 ablaufen wird. Seit 2001 war der Westschweizer Assistenzcoach der Schweizer Nationalmannschaft, erst unter Köbi Kuhn und später an der Seite von Hitzfeld. Pont kam ebenfalls als Nachfolger in Frage. Vor wenigen Wochen teilte er dem Verband sein Interesse mit.

Petkovic wird zwei seiner langjährigen Weggefährten im Nationalteam installieren: Antonio Manicone (47) als neuen Assistenten, Paolo Rongoni als Konditionstrainer. Die übrigen Rahmenbedingungen bleiben unverändert. Der Verband, in Brasilien zum dritten Mal in Folge an einer WM vertreten und im Fifa-Ranking zurzeit an achter Stelle klassiert, ist nicht an einem zu umfassenden Personalwechsel interessiert.

Welche Pläne und Ziele Petkovic mit der Schweiz umsetzen will, wird er erst im Frühjahr an einer Medienkonferenz in der Schweiz veröffentlichen. Am Tag nach dem 1:4 in Verona mochte Petkovic (noch) nicht als künftiger SFV-Chef-Trainer auftreten. Sein offizielles Statement zur persönlichen Beförderung liess er von der Kommunikationsabteilung des Verbandes verbreiten.

Petkovic kennt den Schweizer Fussball

In der Schweiz hat sich der ehemalige Sozialarbeiter aus Sarajevo vor allem als smarter und flexibler Taktiker einen guten Namen geschaffen. Seit seinem Einstieg ins Business vor 16 Jahren führte er Bellinzona in die höchste Liga und 2008 in den Cupfinal. Während seiner knapp dreijährigen Zusammenarbeit mit YB formte er ein Spitzenteam, das den FCB hart bedrängte. In Bern stand Petkovic für das Spektakel mit seinem afrikanischen Joker Doumbia und die Einführung des riskanten Dreier-Abwehrsystems.

Seine Zeit in Bern endete im Mai 2011 trotzdem mit der Entlassung, weil er partout den Eindruck nicht widerlegen konnte, die entscheidenden Spiele zu verlieren. Erst in Rom streifte Petkovic das Image des ehrenvollen Verlierers ab - der Triumph im Cupfinal gegen die AS Roma trug ihm bei den Anhängern der «Biancocelesti» die höchstmögliche Wertschätzung ein. (als/si)

Deine Meinung