Aktualisiert

Pfarrer hatte Festzeltverbot

Im Emmentaler Töff-Dorf Linden ist nicht alles Gold, was glänzt: Am Sonntag hatte der Pfarrer Festzeltverbot. Vorwurf: Er stehe nicht hinter Tom Lüthi, spiele sich jetzt aber als Fan auf.

«Der Pfarrer hatte am Sonntag Festzeltverbot. Das hatten wir vom Fanclub-Komitee so entschieden», sagt Robert Streun vom Tom-Lüthi-Fanclub. «Er steht nicht richtig zu Tom und jetzt spielt er sich als grosser Fan auf.»

Streun nervt, dass der Lindener Pfarrer den WM-Helden nicht konfirmierte – weil er wegen dem Töfffahren den Unterricht verpasst hatte. Trotz offiziellem Zeltverbot tauchte Pfarrer Beat Weber aber am Sonntag trotzdem auf dem Festplatz auf. «Wenn ich ihn gesehen hätte, hätte ich ihn nicht reingelassen», sagt Streun. «Aber es hatte halt sehr viele Leute.»

Pfarrer Beat Weber, der früher selbst auf einer 250er-Yamaha unterwegs war, ist erstaunt. «Zeltverbot – das tönt recht happig», sagt er. «Ich habe nichts davon gewusst.» Er sei sich bewusst, dass er in den vergangenen Tagen ziemlich viel in den Medien zum Thema Tom Lüthi zitiert wurde. «Ich habe das aber nicht gesucht», sagt er.

Er anerkenne voll, dass der Fanclub eine grosse Leistung erbracht habe. Er fände es aber schade, dass die Betreffenden das Gespräch mit ihm nicht gesucht hätten. Weber: «Schliesslich sind wir ein kleines Dorf, kennen uns und könnten miteinander reden.»

Andrea Abbühl

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