Aktualisiert 16.03.2011 23:41

Langenthal BEPfefferspray-Attacke gegen Schwarzfahrer

Mit Pfeffergel und Gewalt «bodigte» ein BLS-Team einen Passagier. Dieser hatte sein Ticket nicht entwertet. Die Bahn will den Fall nun aufklären.

von
Simone Hubacher
BLS-Mitarbeiter halten den mit Pfefferspray traktierten Mann fest.

BLS-Mitarbeiter halten den mit Pfefferspray traktierten Mann fest.

Mehrere Zugpassagiere wurden am Montagnachmittag Zeugen von gewalttätigen Szenen in der S-Bahn und am Bahnhof Langenthal Süd. Involviert waren vier BLS-Kont­rolleure und ein Passagier.

«Ein angetrunkener Passagier, der im Zug aber nicht weiter aufgefallen war, hatte die Stempelkarte nicht entwertet», so A. M.* Als die Kontrolleure ihn aufforderten, seine Adresse zu notieren, machte er offenbar falsche Angaben. Deshalb wollten die vier ihn in Langenthal der Polizei übergeben. «Es lag eine aggressive Spannung in der Luft», so A. M.

Als der Fahrgast in Langenthal Süd aussteigen wollte, zerrten die vier ihn zurück und sagten, er müsse sitzen bleiben. Der Mann wehrte sich und drängte zur Tür. «Ein Kontrolleur setzte darauf den Pfefferspray ein», so A. M.

Draussen wurde der Mann zu Boden gedrückt. A. M.: «Weil er sich wehrte, kriegte er nochmals eine Ladung Pfeffer ins Gesicht.» Mindestens drei unbeteiligte Passagiere hätten ebenfalls eine Ladung Pfeffergel abgekriegt. A. M.: «Ich bin schockiert über die Gewaltdarbietung der BLS-Leute.»

Die BLS will den Fall gerichtlich aufklären und die Verhältnismässigkeit der Aktion beurteilen lassen. Sie zeigt jedoch den Fahrgast an. Generell gelte: «Ein Pfeffergel-Einsatz im Zug ist grundsätzlich zu vermeiden. Dieser dient dem Zugpersonal bei einem tätlichen Angriff als letzte Massnahme der Selbstverteidigung», sagt Mediensprecher Giovanni Leardini.

*Name der Redaktion bekannt

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