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Tranquillo Barnetta«Pfiffe machen mich wütend»

Bei der 0:1-Pleite gegen Costa Rica musste die Schweizer Nati Pfiffe aus dem Publikum einstecken. Tranquillo Barnetta hat dafür nur bedingt Verständnis und findet klare Worte.

von
mon

Tranquillo Barnetta an der Pressekonferenz

Die Schweizer Nati hat bei ihrem zweitletzten WM-Test gestern gegen Costa Rica alles andere als überzeugt, auch wenn Trainer Ottmar Hitzfeld nach der Pleite beschwichtigte. Doch nicht nur der TV-Zuschauer, sondern auch das Publikum im Stadion sah das anders als der Coach. Deshalb mussten die Nati-Kicker während dem Spiel auch zahlreiche Pfiffe von den Rängen einstecken.

Tranquillo Barnetta findet zum Verhalten der Fans klare Worte. «Wir haben eigentlich gut angefangen und da waren Mitte der ersten Halbzeit ein, zwei Fehlpässe. Wenn dann schon die ersten Pfiffe kommen, macht mich das wütend. Weil ich das nicht verstehen kann.» Wenn die Zuschauer aber am Schluss der Partie und nach einer Niederlage unzufrieden sind, könne er das akzeptieren. Generell wünscht sich der Bundesliga-Söldner etwas mehr Unterstützung von den Fans. «Im Spiel ist es für die Mannschaft sehr wichtig - gerade in einer Phase, wo man gut spielt und dann klappen ein, zwei Dinge nicht -, dass man dann vom Publikum getragen wird. Und das war in den letzten Spielen vielleicht nicht immer der Fall.» Natürlich seien auch die Kicker gefordert, damit der Funken überspringe. «Aber es ist halt immer ein Geben und ein Nehmen von beiden Seiten», so Barnetta.

Der 25-Jährige weist aber auch explizit darauf hin, dass sich die Nati nicht immer über mangelnde Unterstützung beklagen kann. «Wir wissen, dass wir schon ganz andere Spiele gezeigt haben, gerade auch in der Qualifikation, und da waren dann auch die Stimmung im Stadion und das Verhältnis mit der Presse ganz anders», sagt der St. Galler und fügt an: «Es ist klar, wenn man drei, vier Spiele ohne Sieg hat, dass auch die eine oder andere Kritik aufkommt und damit müssen wir leben.» Er will die Sache mit den Pfiffen nicht zu hoch einschätzen und liefert gleich auch eine Erklärung für die Enttäuschung der Anhängerschaft: «Es ist natürlich immer schwierig für die Fans. Die wollen ein Spektakel sehen, wenn die Nationalmannschaft spielt. Und wenn es nicht gegen Brasilien oder Argentinien ist, ist es für sie klar, dass wir gewinnen müssen. Sie sehen dann nicht die harte Trainingswoche, die wir hinter uns haben und dass wir keine optimale Vorbereitung auf das Spiel hatten. Deshalb sind sie enttäuscht.»

LIVE-TICKER

mit Monika Brand

- Die Pressekonferenz ist beendet.

- Barnetta: Wenn mir damals einer gesagt hätte, dass ich mal 51 Länderspiele machen würde, hätte ich das sofort unterschrieben. Jetzt bin ich 25 und habe diese 51 Länderspiele und kann sagen, dass es eigentlich schneller gegangen ist, als ich erwartet habe. Es ist alles gut gelaufen und ich hoffe, dass ich nochmals 50 Länderspiele machen kann.

- Frage: Tranquillo Barnetta, Sie gehörten zu den U17-Europameistern 1997 und Ihnen wurde eine grosse Karriere prophezeit. Sind Sie Ihrer Meinung nach schon am Höhepunkt dieser Karriere?

- Barnetta: Es ist halt immer schwierig für die Fans. Wenn wir nicht gerade gegen Brasilien oder Argentinien spielen, erwarten sie halt immer einen Sieg. Wenn aber schon nach ein paar Minuten Pfiffe kommen, dann macht mich das schon wütend. Da bin ich ehrlich. Dass aber Kritik aufkommt, ist verständlich und damit müssen wir auch umgehen können.

- Frage: Fühlt Ihr euch zu wenig getragen von den Schweizer Fans?

- Barnetta: Was mir vor allem gefehlt hat, war ein Tor. Aber es stimmt, ich habe nicht immer gut gespielt in der Nati, dazu stehe ich. Es ist halt schwierig, wenn man im Klub mal schlecht spielt, kann man es eine Woche später wieder korriegeren. In der Nati geht das meistens nicht.

- Frage: Tranquillo Barnetta, Sie haben in den letzten Jahren nicht mehr immer überzeugt in der Nati. Wie sehen Sie das?

- Es stimmt, dass wir gut begonnen haben. Ich denke, dass wir für das harte Training der letzten Woche bezahlt haben. Ich persönlich hatte sehr schwere Beine.

- Frage: In den ersten zehn Minuten hat es zwischen Ihnen und Padalino gut funktioniert. Warum nachher nicht mehr?

- Ziegler: Wir müssen sicher an der Defensive arbeiten. Wir haben gestern beim Gegentor gesehen, dass uns ein dummer Fehler teuer zu stehen kommen kann.

- Frage: Reto Ziegler, woran muss die Nati fürs Italien-Spiel vom Samstag arbeiten?

- Barnetta: Für mich ist es kein grosser Unterschied, ob ich links oder rechts spiele. Ich muss halt einfach meine Spielweise anpassen. Ich fühle mich wohl. Für mich war es wichtig, nach meiner Verletzungspause zu merken, dass ich wieder fit bin.

- Frage: Tranquillo Barnetta, gibt es zwischen Ihrer Spielweise in der Nati und im Klub unterschiede?

- Barnetta: Das ist halt immer vom eigenen Gefühl abhängig. Es waren sicher alle enttäuscht. Einige haben dann aber doch das Gute gesehen. Wenn es dann nach dem Spiel unterschiedliche Meinungen gibt, dann liegt das wohl meistens an der Einschätzung der persönlichen Leistung.

- Frage: Gestern gingen die Meinungen zwischen den Spielern der Schweizer Nati völlig auseinander. Was denken Sie darüber.

- Die Pressekonferenz beginnt. Tranquillo Barnetta und Reto Ziegler werden sich den Fragen der Medien stellen.

- In Kürze geht es los. 20 Minuten Online berichtet live von der Pressekonferenz der Schweizer Nati in Crans Montana.

Vor der Pressekonferenz

Am Tag nach der Niederlage gegen Costa Rica nehmen die beiden Nati-Spieler Tranquillo Barnetta und Reto Ziegler vor den Medien Stellung.

Der zweitletzte WM-Test gegen Costa Rica (0:1) ging für die Schweizer Nati in die Hose. Trainer Ottmar Hitzfeld sprach nach dem Faux-Pas jedoch davon, dass man immer noch im Plan sei. Sind die Spieler wohl auch dieser Meinung?

Tranquillo Barnetta und Reto Ziegler nehmen an einer Pressekonferenz Stellung und legen ihre Sicht der Dinge dar. Vor allem Ziegler wird sich wohl unangenehmen Fragen stellen müssen, da er beim Gegentor ziemlich alt aussah.

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