Uni Zürich: Pflanzen erinnern sich sechs Wochen lang

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Uni ZürichPflanzen erinnern sich sechs Wochen lang

Ein Gen registriert die Temperatur der letzten sechs Wochen und verhindert so, dass die Pflanze bei kurzzeitigen Temperaturschwankungen zu früh austreibt.

Kurzfristige Wetterveränderungen laufen dem saisonalen Trend oft entgegen. Pflanzen müssen dies erkennen. Ohne eine Art Langzeitgedächtnis für Temperaturen wäre es für sie schwierig, die richtige Saison für die Blüte zu erkennen, wie die Universität Zürich am Montag mitteilte.

Ein Team um den Pflanzenbiologen Kentaro Shimizu der Uni Zürich hat nun einen Weg gefunden, den internen Status von Pflanzen zu messen. Die Forscher entnahmen über zwei Jahre hinweg jede Woche - egal ob bei Schnee, Gewitter oder Sturm - sechs Individuen der so genannten Hallerschen Schaumkresse Gewebeproben.

Sie massen in dem Gewebe die Produkte, die aus einem Gen entstehen, das bekannt ist für seine wichtige Funktion bei der Bestimmung der Blütezeit. Es zeigte sich, dass die Zahl dieser Genprodukte zum grössten Teil bestimmt wird durch die Temperatur der letzten sechs Wochen, nicht aber durch Temperaturen über längere oder kürzere Zeiträume.

Die Gedächtnisfunktion des Gens dauere also sechs Wochen, schreiben die Forscher im Fachmagazin «PNAS». Es diene als Filter für kurzfristige Temperaturschwankungen und könne nun auch genutzt werden, um die Reaktion von Pflanzen auf den Klimawandel vorherzusagen. (sda)

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