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Basel«Pflanzen sind Dekoration und nicht zum Essen»

Die Stadtgärtnerei Basel pflanzt in öffentlichen Grünanlagen neben Blumen auch Gemüse an. Was eigentlich zur Dekoration gedacht ist, landet bei manchen Baslern auf dem Teller.

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lb
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Die Stadtgärtnerei verwendet zur Begrünung unter anderem Krautstiel. Am Claraplatz beobachtet ein Leserreporter, wie dieses «geerntet» wird.

Die Stadtgärtnerei verwendet zur Begrünung unter anderem Krautstiel. Am Claraplatz beobachtet ein Leserreporter, wie dieses «geerntet» wird.

Leser-Reporter/Manfred Harrer
«Letzte Nacht habe ich beobachtet, wie Randständige beim Claraplatz Teile vom Gemüse der Stadtbegrünung abschneiden. Jetzt frage ich mich, ob das Zeug gespritzt oder gedüngt ist», so Harrer.

«Letzte Nacht habe ich beobachtet, wie Randständige beim Claraplatz Teile vom Gemüse der Stadtbegrünung abschneiden. Jetzt frage ich mich, ob das Zeug gespritzt oder gedüngt ist», so Harrer.

Leser-Reporter/Manfred Harrer
Stadtgärtner Emanuel Trueb ärgert sich über die Gemüse-Diebe und rät vom Verzehr ab.

Stadtgärtner Emanuel Trueb ärgert sich über die Gemüse-Diebe und rät vom Verzehr ab.

Leser-Reporter/Manfred Harrer

«Letzte Nacht habe ich beobachtet, wie Randständige beim Claraplatz Teile vom Gemüse der Stadtbegrünung abschneiden», so Leserreporter Manfred Harrer gegenüber 20 Minuten. Bilder zeigen Schnittstellen an Krautstiel, der auf dem Claraplatz als Stadtbegrünung dient. «Jetzt frage ich mich, ob das Zeug gespritzt oder gedüngt ist. Sollte das der Fall sein, sollte man die Bevölkerung vor dem Verzehr warnen», gibt er zu bedenken.

Bei der Stadtgärtnerei ist es bekannt, dass Teile der Stadtbegrünung immer wieder auf dem Speiseplan mancher Basler landen.

«Alle unsere Pflanzen sind biologisch aufgezogen»

«Zur Stadtbegrünung verwenden wir auch Gemüsesorten, die besonders dekorativ sind. Es gibt immer wieder Schlaumeier, die sich diese holen», bestätigt Emanuel Trueb, Leiter der Stadtgärtnerei Basel-Stadt. Punkto Pestizide und Düngemittel gibt er Entwarnung: «Alle unsere Pflanzen sind biologisch aufgezogen und nur organisch gedüngt. Wir folgen bei der Stadtgärtnerei den Kriterien des biologischen Landbaus.»

Kann das Gratis-Gemüse also ohne Bedenken geerntet und verzehrt werden? Auch wenn es sich im Prinzip um Bio-Gemüse handelt, rät Trueb vom Verzehr ab: «Zum einen, weil wir keine besonders bekömmlichen Sorten anpflanzen, sondern Sorten, die schön aussehen. Zum anderen wachsen sie wochenlang im Strassenraum und kommen dadurch in Kontakt mit Schmutz, Staub und Abgasen», sagt er. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass Hunde oder Menschen auf das Gemüse urinieren.

Stadtbegrünung ist Dekoration, kein Gratis-Gemüse

Der Stadtgärtner ärgert sich über die Gemüsediebe. «Es ist ja schön, dass Leute das Gemüse erkennen. Dass sie es klauen ist allerdings nicht schön.» Die Pflanzen seien für die gesamte Bevölkerung als Dekoration gedacht, daher sei es schade, wenn Personen diese abschneiden würden.

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