LAP-Feier: Pflegeberufe dominieren Lehrabschlüsse
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LAP-FeierPflegeberufe dominieren Lehrabschlüsse

Vor grossem Publikum feierten 1172 Absolventen am Donnerstag ihren Lehrabschluss in der St.-Jakob-Arena. Dominant waren dieses Jahr die Pflegeberufe.

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1172 Lehrlinge feierten am Donnerstagabend in der St.-Jakob-Arena ihren Abschluss.

1172 Lehrlinge feierten am Donnerstagabend in der St.-Jakob-Arena ihren Abschluss.

T.Stöcklin
Viel Publikum: Über 4700 Personen wohnten der Feier bei.

Viel Publikum: Über 4700 Personen wohnten der Feier bei.

T.Stöcklin
Regierungsrat Lukas Engelberger gratulierte den Absolventen.

Regierungsrat Lukas Engelberger gratulierte den Absolventen.

T.Stöcklin

Über 4700 Zuschauer waren zugegen, als am Donnerstagabend 1172 Lehrabsolventen ihre Fähigkeitsausweise in der St.-Jakob-Arena übergeben wurden. Die Feierlichkeiten waren Lehrabgängern aus den Bereichen Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen in 120 Berufen gewidmet. Begleitet wurde die Veranstaltung von einer Hip-Hop-Performance der Gruppe Tremendous, und Regierungsrat Lukas Engelberger gratulierte den Jugendlichen in einer Rede.

Wie der Gewerbeverband Basel-Stadt gleichentags mitteilte, lag die Erfolgsquote bei 90,4 Prozent. Diese, wie auch die Anzahl der zur Prüfung angetretenen Kandidaten, sei langfristig konstant, sagt Prüfungsleiter Reto Baumgartner. So könne man seit Jahren einen Höchststand an Lehrverträgen verzeichnen.

Pflegeberufe dominieren

Die beliebtesten Berufe finden sich laut Baumgartner im Pflegebereich. «Spitzenreiter sind Fachperson Betreuung Kind mit 171 Absolventen und Fachperson Gesundheit mit 144.» Bei diesen ist die Frauenquote sehr hoch. So schlossen nur 17 Männer in der Kinderbetreuung und 21 in Gesundheit ab. Baumgartner aber relativiert den Befund: «Es sind mehr Männer als noch vor fünf Jahren.»

Gesamthaft gab es mit 704 etwas mehr männliche Absolventen als Absolventinnen (592). Die Anzahl derer, die «im Rang» – mit einem Notenschnitt von 5,3 und höher – abschnitten, ist leicht gesunken: So wurden nur noch 146 statt der letztjährigen 163 gesondert aufgerufen. Sie durften auf dem roten Teppich zwischen Cheerleadern der Basler Gladiators einmarschieren.

Erfolgsmodell mit Problemzonen

«Das Erfolgsmodell wird Bestand haben», sagt Baumgartner zur Zukunft der Berufslehre. Dennoch sieht er immer wieder Firmen, die ihren Nachwuchs nicht sicherstellen können, weil sich junge Menschen für weiterführende Schulen entscheiden würden, statt eine Lehre anzufangen.

«Die Lage ist noch nicht kritisch», bemerkt er zur Akademisierung. So habe sie sich noch nicht auf die Resultate der Lehrabschlussprüfungen niedergeschlagen. In fünf Jahren könne dies aber anders aussehen.

Baustellen sind klar

In der Pflicht sieht Baumgartner die Lehrbetriebe, die Verbände, den Kanton und die Schulen. «Wir müssen die Kinder, die sich für eine Laufbahn entscheiden, und ihre Eltern ins Boot holen», sagt er. So müsse man die Möglichkeiten einer Lehre besser promoten. Die Berufe würde es in Zukunft immer noch geben, sie würden nur anders aussehen.

Die Kooperation mit den Volksschulen brauche nun Zeit, hält Baumgartner fest. Diese seien in jüngster Vergangenheit vor allem mit ihren eigenen Reformen beschäftigt gewesen. Im Rahmen des Harmos-Konkordats und des Lehrplans 21 wurde einiges umgestellt, was sich auch auf den Berufseinstieg auswirken würde.

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