Uniformwechsel: Pflegefachleute sind über Polizei-Kampagne hässig
Aktualisiert

UniformwechselPflegefachleute sind über Polizei-Kampagne hässig

Die Baselbieter Polizei wirbt für einen «Uniformwechsel» mit Inseraten. Pflegefachleute kritisieren dies.

von
Andrea Heeb Perrig

«Ich bin total befremdet, dass ein Staatsbetrieb wie die Polizei mit einer Kampagne versucht, Leute aus dem Pflegeberuf abzuwerben», sagt Daniel Simon, Präsident des Schweizerischen Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Männer (SBK) Sektion beider Basel. Laut Simon fehlen in der Region 300 bis 500 Personen in Pflegeberufen.

Auch Hans-Peter Karrer, Direktor des Bildungszentrums Gesundheit Basel-Stadt findet die Kampagne problematisch: «Für mich ist nicht nachvollziehbar, dass die Polizei versucht, uns Leute abzuwerben.» Und Romy Geisser von der Oda Gesundheit beider Basel sagt: «Wir brauchen unsere Leute in Pflegeberufen dringend selber.»

Polizei braucht dringend Nachwuchs

Die Baselbieter Polizei hatte nicht die Absicht explizit Pflegepersonal abzuwerben. «Wir wollten mit einer attraktiven Werbekampagne gute Leute für uns gewinnen. Wir zielen dabei nicht auf eine spezifische, andere Berufsgruppe ab», sagt Polizeisprecher Nico Buschauer. Sie würden seit Jahren mit Unterbestand arbeiten und müssten Nachwuchswerbung betreiben.

Michael Oswald von der Basler Werbeagentur OSW findet, dass die Kampagne ihren Zweck erfüllt, da sie polarisiert. Er sagt aber: «Ich habe den Verdacht, dass man sich als Behörde mit dem Fischen in fremden Gewässern gar etwas weit aus dem Fenster lehnt.»

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