Aktualisiert 19.01.2009 16:06

Schlechte ImpfquotePflegepersonal sträubt sich gegen Grippe-Prophylaxe

Eine Grippe-Impfung kann Leben retten. Doch ausgerechnet das Pflegepersonal in den hiesigen Spitälern wehrt sich dagegen.

von
Regina Ryser

Rund 1000 Menschen sterben in der Schweiz jährlich an der Grippe. «Liessen sich 80 Prozent des Pflegepersonals impfen, würde die Zahl deutlich sinken», ist der Zürcher Stadtarzt Albert Wettstein überzeugt. Doch die Realität sieht anders aus: Gerade mal 20 bis 30 Prozent der Zürcher Angestellten im Pflegebereich lassen sich laut Wettstein impfen. «Wir haben alles Mögliche versucht. Nun haben wir resigniert», sagt der Stadtarzt. Anders sieht man die Situ-­ation im Stadtspital Triemli: «Unsere Impfquote ist relativ gut. Sie liegt bei 40 Prozent beim Pflegepersonal und bei 60 Prozent bei den Ärzten», so Personalarzt Robert Fries. Wer sich nicht impfen lasse, liefere oft nicht stichhaltige Erklärungen. Als Gründe gegen eine Impfung hört Fries: «Ich bin nie krank», «Ich habe Angst vor den Nebenwirkungen» oder «Ist regelmässiges Impfen nicht gesundheitsschädigend?» Deshalb geht der Personalarzt direkt auf die Mitarbeiter zu und spricht mit ihnen über ihre Ängste. «Nur das bringt etwas», sagt Fries.

Zum Impfen zwingen können die Spitäler ihre Mitarbeiter nur, wenn dies im Arbeitsvertrag festgehalten ist. Fries: «So würde die Impf­quote sicher steigen, uns ist aber lieber, wenn sich das Personal überzeugen lässt, es freiwillig zu tun.» Nicht zur Impfquote äussern wollte sich das Zürcher Universitäts­spital.

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