Wegen Kindern - Pflegende geben ihren Beruf auf
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Wegen KindernPflegende geben ihren Beruf auf

Intensivpflegefachpersonen finden oft keine Stelle, weil Job und Kind nicht vereinbar sind. Dabei fehlt es gerade während der Pandemie an guten Pflegekräften.

von
Samina Stämpfli
Gerade während der Corona-Krise fehlt es an qualifiziertem Pflegepersonal. (Symbolbild) 

Gerade während der Corona-Krise fehlt es an qualifiziertem Pflegepersonal. (Symbolbild)

dpa

Darum gehts

  • Obwohl es während der Pandemie an guten Pflegekräften fehlt, finden gut ausgebildete Pflegefachpersonen keinen passenden Job.

  • Wegen ändernden Einsatzplänen ist der Job nicht mit Kindern vereinbar.

  • Das Parlament will mit dem Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative dem Fachkräftemangel mit einer Ausbildungsoffensive begegnen.

Auf den Intensivstationen fehlt es besonders in der Corona-Krise an qualifiziertem Pflegepersonal. Und trotzdem finden viele gut ausgebildete Intensivpflegerinnen keine passende Stelle. Weil sie Kinder haben. Janine Neuhaus, 40, hat zehn Jahre auf einer Intensivstation gearbeitet, auch in Kaderstellung. Sie wäre prädestiniert, um schwer kranke Covid-19-Patienten zu betreuen. Doch ständig ändernde Einsatzpläne, kaum fixe Arbeitstage und zum Teil drei Wochenenddienste hintereinander zwangen Neuhaus dazu, den Job aufzugeben.

«Das geht mit Kindern nicht, das ist mit einer Familie nicht vereinbar», sagt sie in der SonntagsZeitung. Rund die Hälfte der Mitarbeitenden, die den Pflegeberuf erlernt hätten, stiegen später wieder aus, sagt Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Schweizer Verbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner. Ein Drittel sei unter 35 Jahre alt, viele hätten Familie.

Ausbildungsoffensive gegen Fachkräftemangel

Das Parlament will mit dem Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative dem Fachkräftemangel mit einer Ausbildungsoffensive begegnen. Nicht aber beim Personaletat ausbauen. Doch Ribi sagt: Es sei der Mehrheit der Politikerinnen und Politikern offenbar noch immer nicht klar, dass das Personal unter den jetzigen Bedingungen weiterhin davon laufen werde. «Zudem übersehen sie, dass sie Todesfälle verhindern könnten, wenn das Personal genug Zeit für die Pflege hätte – und nicht nur von einem Zimmer zum nächsten hetzen muss.»

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