Aktualisiert 11.08.2009 13:46

WM-QualifikationPflichtaufgaben für Deutschland und Frankreich

Für Deutschland und Frankreich sind die heutigen Qualifikationsspiele im ersten Auftritt der WM-Saison reine Pflichtaufgaben. In Aserbaidschan respektive auf den Färöer-Inseln wäre alles andere als ein deutlicher Sieg eine Enttäuschung.

Joachim Löw kann und will sich gegen seinen Vor-Vor-Vor- Vorgänger Berti Vogts keinen Ausrutscher erlauben. Löw warnte eindringlich davor, das noch sieg- und torlose Aserbaidschan, das in der WM-Qualifikation 1998 für die Schweiz unter Rolf Fringer Stolperstein gewesen war, zu unterschätzen. «Es hat so etwas von einem Cupspiel, Bundesliga gegen eine Mannschaft eine Klasse tiefer», sagte der DFB-Cheftrainer. «Wenn man glaubt, dass man mit 90 Prozent auch erfolgreich sein kann, kann das verhängnisvolle Folgen haben.» Im konkreten Fall würde es bedeuten, dass Russland bei einem Punktverlust der Deutschen im ehemals sowjetischen Teilstaat mit dem erwarteten Sieg am 5. September gegen Liechtenstein neuer Leader der Gruppe 4 würde.

Im Tor der Deutschen wird erneut Robert Enke stehen. Der bald 32- jährige Routinier von Hannover wird in Baku zu seinem erst achten Länderspiel kommen. Enke, der mutmasslich beste Keeper der Bundesliga, erhielt von Löw den Vorzug gegenüber dem Bremer Tim Wiese. Den physisch starken Sturm bilden Mario Gomez und Miroslav Klose, das Duo von Bayern München. Klose meldete sich nach seiner Knochenhautentzündung wieder fit.

Frankreich ohne Henry, dafür mit Ribéry?

In der Gruppe 7 steht für Frankreich, das bei zwei weniger absolvierten Spielen acht Punkte hinter Leader Serbien zurückliegt, in Torshavn das fünfte Aufeinandertreffen mit den Färöern im Programm. Gegen die Amateure von der Atlantik-Insel, die im bisherigen Verlauf mit dem 1:1 gegen Österreich überrascht haben, erzielten die «Bleus» in der Qualifikation zur WM 2006 und zur Euro 2008 16 Tore und kassierten kein einziges. Das Fehlen von Rekord- Torschütze Thierry Henry (48 Tore in 111 Länderspielen) wegen Problemen an beiden Achillessehnen wird Trainer Raymond Domenech verschmerzen können.

Unklar ist die Rolle, die Franck Ribéry zukommt. Der Regisseur von Bayern München hat wegen einer Entzündung der Schleimbeutel im Knie praktisch die ganze Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison verpasst. Für den Trip in den Norden erhielt der von Real Madrid heftig umworbene Ribéry die Freigabe des Klubs - allerdings in der Annahme, dass er das individuelle Aufbautraining weiterführt. Nationaltrainer Domenech erwägt nun offenbar einen Einsatz des Spielers und Krach mit dessen Arbeitgeber. «Franck hat mir gesagt, dass er eine halbe Stunde mitmachen kann.»

«Klassiker» in Amsterdam

Aus den zahlreichen Freundschaftspartien ragt das Duell in der Amsterdamer Arena zwischen Holland und England heraus. Bert van Marwijks «Elftal» hat ihr WM-Ticket als erstes Team Europas bereits gelöst und wird - ohne Druck sowieso - locker aufspielen. Für die holländische Real-Fraktion (Robben, Sneijder, Van der Vaart) ist das Spiel eine Art Seelenbalsam. Die Kreativabteilung der «Oranje», die bis zum Abgang von Klaas-Jan Huntelaar zu Milan aus einem unglücklichen Quartett bestand, erhielt bei Real Madrid kaum Einsatzzeit.

England setzt nach dem Test gegen den renommierten Gegner zum Endspurt in der Qualifikation an. Die «Three Lions» sind in der Ausscheidung wie Holland noch ohne Verlustpunkt und auf bestem Weg, sich nach der verpassten Euro 2008 wieder für ein grosses Turnier zu qualifizieren. Trainer Fabio Capello, der in der Auswahl der Spieler auf Kontinuität setzt und deshalb Michael Owen (neu Manchester United) oder Arsenals 17-jährigen Youngster Jack Wilkshire nicht aufgeboten hat, erhält Gelegenheit zu beweisen, dass England gegen eine grosse Nation des europäischen Fussballs doch bestehen kann. Die Siege gegen Kroatien, Kasachstan, Weissrussland, die Ukraine und Andorra brachten Capello noch nicht die gewünschten Erkenntnisse. Mit Ausnahme von Steven Gerrard, der wegen Adduktorenproblemen Forfait erklären musste, wird England voraussichtlich in Bestbesetzung antreten.

Länderspiele vom Mittwoch - Übersicht:

WM-Qualifikation:

20.45 Slowenien - San Marino in Maribor

18.00 Aserbaidschan - Deutschland in Baku

20.15 Weissrussland - Kroatien in Kiev

18.00 Färöer - Frankreich in Torshavn

19.00 Norwegen - Schottland in Oslo

Testländerspiele:

20.45 Schweiz - Italien in Basel

20.30 Liechtenstein - Portugal in Vaduz

13.00 Südkorea - Paraguay in Seoul

17.00 Armenien - Moldawien in Jerewan

17.00 Russland - Argentinien in Moskau

17.20 Tschechien - Belgien in Prag

19.00 Südafrika - Serbien in Atteridgeville

19.00 Mali - Burkina Faso in Le Petit-Quevilly/Fr

19.10 Tunesien - Elfenbeinküste in Sousse

19.15 Estland - Brasilien in Tallinn

19.30 Montenegro - Wales in Podgorica

19.30 Albanien - Zypern in Tirana

19.45 Bulgarien - Lettland in Sofia

20.00 Luxemburg - Litauen in Luxemburg

20.00 Malta - Georgien in Ta'Qali

20.00 Schweden - Finnland in Stockholm/Solna

20.00 Ukraine - Türkei in Kiew

20.00 Ungarn - Rumänien in Budapest

20.15 Dänemark - Chile in Kopenhagen/Bröndby

20.30 Irland - Australien in Limerick

20.30 Österreich - Kamerun in Klagenfurt

20.30 Polen - Griechenland in Bydgoszcz

20.45 Bosnien-Herzegowina - Iran in Sarajevo

20.45 Ghana - Sambia in London

20.45 Holland - England in Amsterdam

20.45 Nordirland - Israel in Belfast

21.00 Island - Slowakei in Reykjavik

21.30 Algerien - Uruguay in Algier

22.00 Mazedonien - Spanien in Moskau

(si)

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