Aktualisiert 08.09.2009 08:16

Grosser Rat BernPflichtpensum der Lehrer wird nicht gesenkt

Das Pflichtpensum der Primar- und Sekundarlehrer im Kanton Bern wird nicht gesenkt. Der bernische Grosse Rat hat am Montag eine generelle Senkung um eine Stunde klar abgelehnt.

Die Aufstockung um eine Stunde erfolgte im Jahr 2000 als eine der vielen damaligen Haushaltsanierungsmassnahmen. Nun sei es an der Zeit, diese Aufstockung wieder rückgängig zu machen, forderte Vorstösserin Margrit Stucki-Mäder (SP/Bern).

Die Belastung der Lehrpersonen habe in den letzten Jahren zugenommen. Die Attraktivität des Lehrerberufs sinke, kritisierte Stucki-Mäder. Für eine qualitativ gute Schule brauche es motivierte, zufriedene Lehrkräfte.

Das Pflichtpensum ist die Anzahl Wochen- oder Jahreslektionen, die einem Beschäftigungsgrad von hundert Prozent entsprechen.

«Zum dümmsten Zeitpunkt»

Die Grünen taten sich mit dem Vorstoss schwer. Das Anliegen sei nachvollziehbar, betonte Grünen-Sprecherin Marianne Morgenthaler (Richigen). Immerhin hätten die Lehrkräfte in den letzten Jahren dank der Aufstockung mitgeholfen, 300 Mio. Franken zu sparen.

Der Vorstoss komme aber in Zeiten der Wirtschaftskriste zum «dümmsten Zeitpunkt», betonte Morgenthaler. Ähnliche Bedenken führte auch die EVP ins Feld. Zustimmung zum Vorstoss signalisierte erwartungsgemäss die SP/JUSO-Fraktion.

Kein «Giesskannenprinzip»

Bei einer Senkung des Pensums wäre das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht günstig, betonte der Sprecher der SVP. Der Kanton verfüge derzeit nicht über den nötigen finanziellen Handlungsspielraum. Die FDP wollte keine generelle Senkung nach dem «Giesskannenprinzip». Und auch die BDP lehnte den Vorstoss ab.

Der Regierungsrat hatte in seiner schriftlichen Antwort auf den Vorstoss dem Parlament ebenfalls die Ablehnung des Vorstosses empfohlen. Die Senkung würde für alle Schulstufen jährlich rund 37 Mio. Franken kosten, rechnete die Regierung vor.

Eine generelle Senkung sei im übrigen eine zu wenig konkrete Massnahme. Wirkungsvoller dürften gezielte Massnahmen in Teilbereichen sein. Der Grosse Rat folgte der Regierung und lehnte die Motion mit 92 zu 47 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab. (sda)

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