Sexualdelikt in Liestal BL: Jetzt gibt es schon einen ersten Hinweis auf den Täter mit den schlechten Zähnen

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Sexualdelikt in Liestal BLJetzt gibt es schon einen ersten Hinweis auf den Täter mit den schlechten Zähnen

In der Nacht auf Sonntag hat ein Mann eine 30-jährige Frau in Liestal an der Rheinstrasse überwältigt und sexuell genötigt. Daraufhin wurde von der Baselbieter Forensik ein Phantombild angefertigt, weil der Täter ein auffälliges Merkmal hat.

von
Vanessa Travasci
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Dieser Mann soll am Wochenende in der Nacht auf Sonntag eine 30-jährige Frau sexuell genötigt haben. Bereits nach Veröffentlichung der Fahndung mit entsprechendem Phantombild ging ein Hinweis bei der Baselbieter Polizei ein. 


Dieser Mann soll am Wochenende in der Nacht auf Sonntag eine 30-jährige Frau sexuell genötigt haben. Bereits nach Veröffentlichung der Fahndung mit entsprechendem Phantombild ging ein Hinweis bei der Baselbieter Polizei ein. 

Polizei BL
Mithilfe eines speziellen Programms können Opfer gemeinsam mit einem eigens dafür ausgebildeten Forensiker Phantombilder erstellen.

Mithilfe eines speziellen Programms können Opfer gemeinsam mit einem eigens dafür ausgebildeten Forensiker Phantombilder erstellen.

Polizei Basel-Landschaft
«Bei der Zeichnung beginnt man immer mit dem auffälligsten Merkmal, das vom Opfer beschrieben werden kann. Darauf baut man auf», sagt Roland Walter, Mediensprecher der Baselbieter Polizei.

«Bei der Zeichnung beginnt man immer mit dem auffälligsten Merkmal, das vom Opfer beschrieben werden kann. Darauf baut man auf», sagt Roland Walter, Mediensprecher der Baselbieter Polizei.

Polizei BL

Darum gehts

Am Wochenende hat ein unbekannter Mann in Liestal eine 30-jährige Frau überwältigt und sexuell genötigt. Gemäss bisherigen Erkenntnissen der Polizei Basel-Landschaft war die Frau kurz nach 1.30 Uhr Richtung Bahnhof Liestal unterwegs.  Bei der Rheinstrasse, auf der Höhe der Liegenschaft Nummer 43, wurde sie von einem unbekannten Mann angesprochen. Anschliessend wurde das Opfer durch den Mann überwältigt und in der näheren Umgebung sexuell genötigt. 

Die Frau konnte bestimmte Merkmale des Täters beschreiben. Daraufhin fertigte ein Spezialist der Forensik der Baselbieter Polizei gemeinsam mit ihr ein Phantombild an. Nach der Veröffentlichung der Fahndung mit entsprechendem Phantombild ging bereits ein erster Hinweis bei der Polizei Basel-Landschaft ein. Auf Anfrage von 20 Minuten könne man allerdings noch keine weiteren Hinweise zur Täterschaft machen.

«Mit prägnantem Merkmal fängt man an»

Auf die Frage jedoch, welche Schritte bei der Realisierung eines Bildes vollzogen werden, erklärt Roland Walter, Mediensprecher der Kantonspolizei Basel-Landschaft: «Wird ein Phantombild erstellt, beginnt man mit dem, was dem Opfer am prägnantesten erscheint. Darauf baut man auf». Dies könne ein Muttermal oder eine Narbe sein. Im aktuellen Fall von Liestal soll dies der auffällig schlechte Zahnzustand des Täters gewesen sein. «Die Anfertigung dauert ungefähr eine Stunde. In dieser sitzen Opfer und Forensiker gemeinsam vor dem Zeichnungsprogramm», schliesst er an.

«Das Risiko ist, dass anhand des Phantombilds eine falsche Person beschuldigt wird, weil sie dem Täter ähnlich sieht», so Walter. Grundsätzlich sei es jedoch ein Hilfsmittel, mit welchem innerhalb kurzer Zeit Hinweise auf eine mögliche Täterschaft eintreffen können. «In der Regel kommen diese Hinweise in den ersten zwei Tagen nach Veröffentlichung des Bildes. Da ist das Bild auch in den Medien präsent», sagt Walter. 

«Bei wenig Anhaltspunkten eingesetzt»

Phantombilder würden dann eingesetzt werden, wenn sonst wenig Anhaltspunkte bekannt sind. «Wir fertigen diese mit dem Software-Programm ‹Facette› an», so der Mediensprecher. «Aktuell prüfen wir jedoch ein neues, welches vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz in Deutschland entwickelt wurde». 

Bereits im Oktober 2020  fahndete die Baselbieter Polizei mit einem Phantombild nach einem unbekannten Täter. Dieser hatte versucht, ein achtjähriges Mädchen in Pratteln in sein graues Auto zu zerren. Der Fall konnte jedoch bis heute nicht aufgeklärt werden.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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