Aktualisiert 13.01.2006 08:22

Pharaonen-Propaganda widerlegt

Einen bemerkenswerten Fund haben österreichische Archäologen in einer antiken Palastanlage in Ägypten gemacht.

Die Wissenschafter des Instituts für Ägyptologie der Universität Wien und des Österreichischen Archäologischen Instituts in Kairo sind auf einen antiken Friedhof gestossen, auf dem zahlreiche kleinwüchsige Menschen bestattet wurden.

Als Grund für den Kleinwuchs haben die Forscher chronische Unterernährung festgestellt, was im krassen Widerspruch zu schriftlichen Quellen dieser Zeit steht, die von Reichtum und Wohlstand der Bevölkerung sprechen.

Frauen 1,37 bis 1,45 Meter gross

Die österreichischen Archäologen führen seit 1966 Ausgrabungen im Gebiet der Stadt Tell el-Dab'a im nordöstlichen Nildelta durch. Dort lag zunächst Auaris, Hauptstadt der so genannten Hyksos (1640- 1530 v. Chr.).

In der Zeit des so genannten Neuen Reiches (im 15. Jahrhundert v. Chr.) wurde der strategisch günstig gelegene Platz für die grösste ägyptische Militär- und Marinebasis namens «Perunefer» genutzt. Zuletzt war die Siedlung als «Ramses-Stadt» und Residenz von Ramses II. bekannt.

Bei der Untersuchung der Skelette stellte sich heraus, dass die Frauen nur 1,37 bis 1,45 Meter gross waren, die Männer im Schnitt zehn Zentimeter grösser. Erste Befunde von Anthropologen weisen darauf hin, dass Unterernährung bei diesen Menschen zu diesem Kleinwuchs geführt hat.

(sda)

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