Aktualisiert 23.01.2008 15:59

Pharmaforscher ziehen in Nidwaldner Kloster ein

Der Kanton Nidwalden tritt das ehemalige Kapuzinerkloster Stans im Baurecht für 60 Jahre einem Pharmaunternehmen ab. Der Landrat hat den Vertrag grossmehrheitlich genehmigt.

mondoBIOTECH ist ein Schweizer Unternehmen, das körpereigene Wirkstoffe als Therapeutika zur Behandlung von lebensbedrohenden und seltenen Erkrankungen entwickelt und kommerzialisiert. Es will im Kloster forschen und ausbilden.

Diese «geistige Tätigkeit» liegt nach Ansicht von Regierung und Parlament in der Tradition der bisherigen Nutzung des Klosters. Der Kanton hatte das Kloster nach dem Auszug der Kapuziner im 2004 für eine Million Franken gekauft. Mehrere Ziele erreicht

Bisherige Nutzungsideen (Kantonsverwaltung, «Akademie der Weisen») liessen sich nicht realisieren. Mit dem nun abschliessend vom Landrat genehmigten Baurechtsvertrag kann die Regierung mehrere Ziele erreichen.

Die leerstehende Klosteranlage wird langfristig genutzt. Die Kirche wird für kulturelle und sakrale Zwecke gesichert. Und es zieht ein Unternehmen nach Nidwalden, das bis zu 45 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen will.

mondoBIOTECH sei ein solides Unternehmen und ein guter Partner, sagte Landammann Hugo Kayser am Mittwoch im Landrat. Res Schmid (SVP) sagte als Sprecher der Finanzkommission, die High-Tech-Firma werde eine grosse Ausstrahlung haben.

Der jährliche Baurechtszins beläuft sich auf 52 170 Franken. Dieser sei angesichts dessen, dass es sich um denkmalgeschützte Bauten handle, marktkonform, sagte Kayser.

Zukunftsträchtig

Die SVP hofft, dass mondoBIOTECH für Nidwalden zur «Erfolgs- Story» werde. Nidwalden sei bislang in der Biotechnologie ein Entwicklungsgebiet, sagte der FDP-Sprecher. Die CVP zeigte sich befriedigt, dass endlich eine Lösung auf dem Tisch liege.

Das grüne Demokratische Nidwalden (DN) war weniger euphorisch. Es gebe noch zu viele offene Fragen, sage DN-Sprecher Norbert Furrer. Es brauche eine Lösung, die dem Erbstück Kapuzinerkloster gerecht werde, sagte Claudia Dillier. Der Rückweisungsantrag des DN hatte im Landrat aber keine Chance und wurde mit 47 zu 6 Stimmen abgeschmettert. (sda)

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