Rosetta-Mission: Philae steht im Schatten eines Kliffs

Aktualisiert

Rosetta-MissionPhilae steht im Schatten eines Kliffs

Nach einer mehr als holprigen Landung scheint Philae einigermassen stabil zu stehen. Allerdings ist seine genaue Lage unklar.

von
jcg

Die Landung war holprig, doch die europäische Sonde Philae ist offenbar hart im Nehmen. Nach Angaben der Weltraumforscher funktioniert bisher alles. Auch ein Foto von ihrer neuen Umgebung hat sie schon gefunkt.

Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) hat das erste auf der Oberfläche eines Kometen geschossene Bild veröffentlicht. Auf der am Donnerstag gezeigten Aufnahme des Landegeräts Philae ist die felsige Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zu sehen. In einer Ecke erkannt man einen der drei Landefüsse.

Philae war am Mittwoch nach einer etwa 6,4 Milliarden Kilometer weiten und mehr als zehn Jahre langen Reise auf der Kometenoberfläche gelandet. Beim ersten derartigen Manöver in der Raumfahrtgeschichte gab es allerdings Komplikationen. Zwei Harpunen, die das Gerät fest auf dem Kometen verankern sollten, wurden nicht abgefeuert. Deshalb prallte die Landeeinheit zweimal zurück, ehe sie zum Stehen kam. Die Forscher untersuchen noch, ob bei dieser holprigen Landung etwas zu Bruch gegangen ist.

ESA zuversichtlich

Fürs Erste zeigte sich die ESA jedoch zufrieden. «Philae ist stabil, sie sitzt auf dem Kometenkern und liefert Daten», sagte der Wissenschaftler Gerhard Schwehm zur Nachrichtenagentur AP. Das Landegerät sei noch intakt. Vielleicht könnten die Harpunen noch abgeschossen werden. Von dieser Möglichkeit werde man aber nur Gebrauch machen, wenn dies die Landeeinheit nicht gefährde.

Eine wichtige Frage ist, ob die Bohrer der Sonde richtig funktionieren. Sie sollen Bodenproben entnehmen. Falls Philae nicht fest genug verankert ist, könnte sie beim Einsatz der Geräte angehoben werden und den Bodenkontakt verlieren. Die Anziehungskraft des drei mal vier Kilometer grossen Kometen ist 100'000 mal kleiner als die der Erde. Das heisst, das Gewicht der waschmaschinengrossen Landeeinheit auf dem Himmelskörper entspricht etwa einem Gramm auf der Erde.

Philae und ihre Muttersonde Rosetta haben 21 wissenschaftliche Geräte an Bord, die Tschurjumow-Gerassimenko in den kommenden Monaten untersuchen sollen. Wissenschaftler erhoffen sich von den Gesteinsanalysen unter anderem Aufschlüsse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

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