Aktualisiert 18.05.2005 11:28

«Piano Man» ist Franzose

Bei dem in Grossbritannien aufgetauchten geheimnisvollen Klavierspieler handelt es sich möglicherweise um einen französischen Strassenmusikanten.

Ein polnischer Pantomime-Künstler meldete sich bei der italienischen Polizei und erklärte, er kenne den Mann, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch in Rom mitteilte. Der Unbekannte war Anfang April tropfnass an der Küste einer britischen Insel aufgegriffen worden. Er sprach seitdem kein Wort, spielt jedoch hervorragend Klavier. Die britischen Medien nennen ihn deshalb «Piano Man.»

Der 33 Jahre alte Pole gab den Namen des Mannes mit Steven Villa Masson an, wie Polizeisprecher Mario Russo sagte. Er sei fünf Jahre lang gemeinsam mit ihm in Nizza aufgetreten. Der Pantomime wandte sich am Dienstag an einen Polizisten am Trevi-Brunnen, nachdem er in einer Zeitung über den «Piano Man» gelesen hatte. Seine Aussage wurde an die internationale Polizeibehörde Interpol weitergeleitet, die in dem Fall ermittelt.

Der britische Sozialarbeiter Michael Camp, der den Klavierspieler betreut, sagte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur PA, die Ermittler würden der Spur nachgehen. Insgesamt gingen bereits mehr als 500 Hinweise zur Identität des Mannes ein.

Der stumme junge Mann war am 7. April in einem schwarzen Anzug mit Krawatte in der Küstenstadt Sheerness im Südosten Englands aufgetaucht. Sein Alter wird auf Mitte 20 bis Mitte 30 geschätzt. Er wurde in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses in Dartford gebracht. Dort entdeckten Mitarbeiter seine musikalische Begabung, als sie ihm Papier und Bleistift in die Hand gaben. Der Unbekannte zeichnete einen Flügel. Als sie ihn zu einem Klavier führten, begann er zu spielen und hörte zwei Stunden lang nicht mehr auf. Nach Angaben von Ärzten wirkt er verängstigt und deprimiert. (dapd)

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