Basel: Piccolos lauter als Vuvuzelas und Rock
Aktualisiert

BaselPiccolos lauter als Vuvuzelas und Rock

An den drey scheenschte Dääg lärmt
es gewaltig: Deswegen warnen die Behörden vor der Fasnacht. Besonders pfeifende Kinder brauchen einen Hörschutz.

von
Anna Luethi
110 dB: Pfeifer sind gefährdet. (Foto: jd)

110 dB: Pfeifer sind gefährdet. (Foto: jd)

Ohren zu und durch: Die Fasnacht schlägt so manchem Besucher und Aktiven nicht nur auf Leber und Portemonnaie, sondern auch aufs Gehör. «Ich hatte einige Patienten, die wegen Hörstörungen zu Ex-Fasnächtlern wurden», sagt Ohrenarzt Kaspar Strub.

Das Amt für Umwelt und Energie (AUE) bloggte diese Woche: «Vernunft oder Herzblut?» und zitierte die Suva-Hitparade der lautesten Freizeitaktivitäten. Piccolos sind mit 110 dB im Freien und 130 dB in Räumen lauter als Vuvuzelas und Rockmusik-Proben. «Speziell Kinder, die mitpfeifen, brauchen einen Gehörschutz – schon ein simpler Pfropf hilft», sagt Peter Mohler, Leiter der Abteilung Lärmschutz beim AUE.

Charly Janser leitet seit 40 Jahren eine Piccoloschule: «In geschlossenen Räumen sind Gehörschütze unerlässlich», sagt er. Zudem sei es wichtig, das Piccolo zu stimmen: «Wenn es quietscht, tut es noch viel mehr weh.»

Robert Bonjour, Hörgeräteakustiker bei der Basler Hörzentrale: «Die Fasnächtler sind sensibilisierter als ­früher.» Besonders vor der Fasnacht kämen viele Aktive, um sich einen Hörschutz zu besorgen. Bonjour: «Ab Herbst starten wir eine Aktion für Cliquen und bieten ihnen Hörtests an, um noch stärker auf das Problem aufmerksam zu machen.»

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