Aktualisiert 05.11.2011 11:54

Islamische PilgerreisePilger beten auf dem Berg Arafat

In Saudi-Arabien haben die Zeremonien der Hadsch begonnen. Rund 2,5 Millionen Muslime aus aller Welt versammeln auf der Ebene von Mina am Rande von Mekka, der heiligsten Stadt des Islam.

Zum Beginn der jährlichen Pilgerfahrt Hadsch haben sich am Samstag in Mekka Millionen Muslime versammelt. Die zumeist weiss gekleideten Gläubigen begannen bei Sonnenaufgang mit dem Aufstieg auf den Berg Arafat, etwa 20 Kilometer ausserhalb von Mekka. Auf dem Arafat hat der Prophet Mohammed der Überlieferung zufolge im Jahr 632 n.Chr. drei Monate vor seinem Tod seine letzte Predigt gehalten.

Nach Sonnenuntergang machen sich die Pilger auf nach Musdalifa. Dort sammeln sie Steine für die nächste Phase des fünftägigen Hadsch: der symbolischen Steinigung des Teufels in Mina. Nach dem Ritual gehen sie zurück nach Mekka, um dort zum Abschluss der Pilgerfahrt ein weiteres Mal die heilige Kaaba zu umrunden. Anschliessend beginnt das Opferfest Eid al Adha.

Massenpanik verhindern

Tausende Polizisten waren im Einsatz, um die Muslime nach ihren Herkunftsländern geordnet in ihre Zelte zu leiten. Eine vergangenes Jahr eingeweihte U-Bahn zwischen der Ebene von Mina, dem Berg Arafat und Musdalifa transportierte stündlich 72 000 Menschen.

Insgesamt 20 000 Ärzte und Sanitäter sind im Einsatz, um die gesundheitliche Versorgung der vielfach bereits älteren Pilger sicherzustellen. Das Königreich hat zudem 100 000 Soldaten und Polizisten mobilisiert, um den glatten Ablauf der Pilgerreise sicherzustellen, die zu den grössten Versammlungen der Welt zählt.

Bei der Hadsch werden immer wieder hunderte Menschen bei Massenpaniken getötet. Saudi-Arabien hat in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, um solche Unfälle künftig zu verhindern.

Spannungen zwischen Iran und Saudi-Arabien

Am Freitag wollten die iranischen Pilger ihre traditionelle Demonstration gegen Amerika und Israel abhalten. Trotz Spannungen wegen des angeblichen iranischen Mordkomplotts gegen den saudiarabischen Botschafter in Washington zeigten sich sowohl Teheran als auch Riad im Vorfeld zuversichtlich, dass es keine Probleme geben werde.

In der Vergangenheit gab es wiederholt Zusammenstösse zwischen iranischen Pilgern und den saudiarabischen Sicherheitskräften. Bei dem schlimmsten Vorfall wurden 1987 insgesamt 407 Menschen getötet. Die Hadsch endet am Sonntag mit dem Opferfest Eid el Adha. (sda/dapd)

Hadsch

Der Hadsch ist die jährliche Pilgerfahrt gläubiger Muslime nach Mekka. Nach den Vorschriften des Korans soll jeder Muslim einmal in seinem Leben an einem Hadsch teilnehmen. Die Pilger umrunden mehrmals die Kaaba, ein schwarzes, fensterloses Gebäude im Innenhof der Großen Moschee von Mekka. Bei ihren täglichen Gebeten richten sich Muslime in aller Welt auf die Kaaba aus.

Mit einem Morgengebet am Berg Arafat, rund 20 Kilometer südwestlich von Mekka, wird die Wallfahrt fortgesetzt. Auf dem Arafat hat der Prophet Mohammed der Überlieferung zufolge im Jahr 632 n.Chr. drei Monate vor seinem Tod seine letzte Predigt gehalten. Vor den Toren von Mekka werfen die Gläubigen anschließend Steine auf drei Säulen - eine symbolische Steinigung der Versuchungen durch den Teufel. Nach dem Ritual gehen sie zurück nach Mekka, um dort zum Abschluss des Hadsch ein weiteres Mal die heilige Kaaba umrunden.

Anschließend beginnt das Opferfest Eid al Adha. Die Pilger und Muslime auf der ganzen Welt schlachten Kühe, Schafe, Ziegen oder Kamele und teilen das Fleisch mit den Armen. (dapd)

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