Basler Kinos: Pille-danach-Werbung vor Kinderfilmen eckt an

Aktualisiert

Basler KinosPille-danach-Werbung vor Kinderfilmen eckt an

In den Basler Pathé-Kinos läuft zurzeit ein Werbespot für die Pille danach – auch vor Kinderfilmen. Das erhitzt die Gemüter. Der Apotheker-Verband beider Basel versteht die Aufregung nicht.

von
daf
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«Gummi geplatzt?» – mit diesen Worten beginnt der Werbespot für die Pille danach, der zurzeit über die Leinwände von Basler Kinos flimmert. Auch Kinder bekommen die Werbung zu sehen. Das Bild stammt nicht aus dem Clip – diesen gab der Apothekerverband beider Basel 20 Minuten nicht heraus.

«Gummi geplatzt?» – mit diesen Worten beginnt der Werbespot für die Pille danach, der zurzeit über die Leinwände von Basler Kinos flimmert. Auch Kinder bekommen die Werbung zu sehen. Das Bild stammt nicht aus dem Clip – diesen gab der Apothekerverband beider Basel 20 Minuten nicht heraus.

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Der Werbespot läuft zurzeit in Kinos der Kette Pathé.

Der Werbespot läuft zurzeit in Kinos der Kette Pathé.

Kanton Basel-Stadt/Juri Weiss

Wo fängt sexuelle Aufklärung an? Und vor allem: Wann? Diese Frage düften sich manche Eltern stellen, die sich dieser Tage in Basler Kinos mit ihren Kindern einen Film anschauen gehen. Denn in 21 Kinos läuft zurzeit Werbung für die sogenannte Pille danach. Auch vor Kinderfilmen. Das löst Irritationen aus, unter anderen bei der SRF-Moderatorin Caroline Lüchinger:

Der Spot beginnt mit den Worten «Gummi geplatzt?», und bewirbt dann das Verhütungsmittel «für danach». Auftraggeber ist der Apotheker-Verband beider Basel. Dieser erklärt gegenüber Nau.ch, die Spots würden «in den unterschiedlichsten Filmen und Kinos gestreut, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen». Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es, der Spot laufe nur noch bis Ende Jahr. Den Spot vorzeitig von der Leinwand zu nehmen, ist demnach nicht geplant.

Für Apotheken wichtige Einnahmequelle

Der Apotheker-Verband bewirbt die Pille danach aus wirtschaftlichen Gründen. Um das Notverhütungsmittel danach zu erhalten, ist ein Beratungsgespräch in der Apotheke Pflicht. Dieses und die Pille kosten laut Pro Juventute rund 60 Franken.

Nadine Minder vom Apotheker-Verband bestätigt gegenüber dem Nachrichtenportal: «Die Beratung im Rahmen der Pille danach stellt für die Apotheken eine wichtige Kompetenz dar.» So werde man nach dem Kinospot auf Werbung in den Trams setzen.

Die Kinobetreiberin Pathé war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

«Kinder mit ihren Fragen nicht alleine lassen»

«Solch ein Werbespot im Kino ist für das Kind und für die Eltern eine unglückliche Situation. Die Kinobetreiber sollten sich überlegen, welche Werbung sie wann platzieren», sagt Xenia Schlegel, Geschäftsführerin der Stiftung Kinderschutz Schweiz, gegenüber 20 Minuten. Dramatisieren will sie das Thema aber nicht. Es könne Fragen von den Kindern zum Werbespot geben – «das ist aber für deren Eltern eine gute Möglichkeit, mit den Kindern eine altersgerechte Diskussion über die Sexualität zu führen.» Wichtig sei, dass man die Kinder mit ihren Fragen nicht alleine lasse.

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