Fragwürdige Prävention: Pille gegen HIV auf dem Markt

Aktualisiert

Fragwürdige PräventionPille gegen HIV auf dem Markt

Das Schreckensgespenst HIV könnte bald an Schrecken verlieren. In den USA werden erstmals Tabletten zur Prävention von HIV-Infektionen zugelassen. Was als Durchbruch gefeiert wird, stellt aber auch ein Risiko dar.

Das Medikament Truvada soll künftig zur Prävention von HIV eingesetzt werden.

Das Medikament Truvada soll künftig zur Prävention von HIV eingesetzt werden.

Erstmals werden in den USA Tabletten zum Schutz vor HIV-Infektionen zugelassen. Die US-Arznei- und Lebensmittelaufsicht FDA erklärte, das Medikament Truvada, das bisher zur Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt wird, könne zu diesem zusätzlichen Zweck vermarktet werden.

Die FDA folgte damit am Montag der Empfehlung eines Ausschusses unabhängiger Experten. Dieser hatte Mitte Mai empfohlen, das von dem Pharmaunternehmen Gilead Sciences produzierte Präparat zuzulassen, «um das HIV-Ansteckungsrisiko gesunder Menschen mit hohem Infektionsrisiko zu verringern».

Check up vom 09.07.2012

Chance und Risiko

In einer klinischen Studie mit Truvada hatte sich unter anderem das Infektionsrisiko bei heterosexuellen Partnern, von denen einer seropositiv war, um bis zu 75 Prozent verringert. In einer anderen Studie unter homosexuellen Nichtinfizierten sank das Infektionsrisiko um bis zu 73 Prozent.

Kritiker warnen jedoch davor, dass Truvada dazu verleiten könnte, das HIV-Infektionsrisiko zu unterschätzen. Zudem ist die Einführung unter anderem wegen der hohen Kosten von bis zu 14'000 Dollar pro Jahr und Therapie umstritten. Ärzte befürchten auch, dass HI-Viren eine Resistenz gegen Truvada ausbilden könnten.

(sda)

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