Untersuchung: Pilot musste defekte Drohne abstürzen lassen
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UntersuchungPilot musste defekte Drohne abstürzen lassen

Eine Frequenzstörung war wohl für den Drohnen-Absturz verantwortlich. Der Pilot hat klare Anweisungen, was in einem solchen Fall zu tun ist.

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22. Dezember 2015Beim Slalom in Madonna di Campiglio entgeht Marcel Hirscher nur knapp einer Katastrophe: Eine Drohne, die Livebilder produziert, kracht unmittelbar hinter dem Österreicher auf die Piste.

22. Dezember 2015Beim Slalom in Madonna di Campiglio entgeht Marcel Hirscher nur knapp einer Katastrophe: Eine Drohne, die Livebilder produziert, kracht unmittelbar hinter dem Österreicher auf die Piste.

AP
Der Slalom-Spezialist hat unglaubliches Glück. Hirscher bemerkt den Zwischenfall nicht und fährt ins Ziel. Mittlerweile ist klar, was zum Beinahe-Unglück führte. Aufgrund einer Frequenzstörung verlor der Pilot die Kontrolle über das Fluggerät.

Der Slalom-Spezialist hat unglaubliches Glück. Hirscher bemerkt den Zwischenfall nicht und fährt ins Ziel. Mittlerweile ist klar, was zum Beinahe-Unglück führte. Aufgrund einer Frequenzstörung verlor der Pilot die Kontrolle über das Fluggerät.

epa/Andrea Solero
Die FIS reagiert und verbietet den Einsatz von Drohnen umgehend.

Die FIS reagiert und verbietet den Einsatz von Drohnen umgehend.

Harald Schneider

Mittlerweile ist klar, wie es am Dienstagabend während des Herren-Slaloms von Madonna di Campiglio zum Drohnen-Absturz kam. TV-Rechtehalter Infront hat die Überreste der Drohne analysiert und nimmt auf «www.infrontsports.com» zum Vorfall Stellung. Der Absturz erfolgte gemäss Hersteller mit grosser Wahrscheinlichkeit aufgrund einer unvorhergesehenen, starken Frequenzstörung. Der Pilot sei nicht mehr in der Lage gewesen, das Fluggerät zu steuern.

Gemäss Hersteller sei der Pilot in einem solchen Fall ausdrücklich angewiesen, die Drohne in Bodennähe zu steuern. «Das Ziel war es, die Drohne zu zerstören, damit diese nicht ohne Kontrolle durch die Luft fliegt. Der Pilot folgte den offiziellen Sicherheitsvorschriften», steht geschrieben. Es ist davon auszugehen, dass der Pilot den Sinkflug bzw. den Absturz abseits des Geschehens eingeleitet hätte – wenn es irgendwie möglich gewesen wäre. Dafür blieb ihm wohl keine Zeit.

Infront bedauert den Vorfall zutiefst. «Wir sind unglaublich erleichtert, dass niemand zu Schaden kam und möchten uns noch einmal bei Marcel Hirscher entschuldigen. Ebenso bei der FIS, dem österreichischen und italienischen Skiverband und dem lokalen Organisationskomitee.» Auch der Weltverband FIS hat eine umfassende Aufklärung des Drohnen-Zwischenfalls angekündigt.

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