Einigung geplatzt: Piloten lehnen den GAV ab – Swiss «bedauert» den Entscheid

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Einigung geplatztPiloten lehnen den GAV ab – Swiss «bedauert» den Entscheid

Die Swiss bedauert die Ablehnung des Cockpit-Gesamtarbeitsvertrags durch die Piloten. Auswirkungen auf den Flugbetrieb seien aber nicht zu erwarten. 

von
Monira Djurdjevic
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Die Mitglieder des Pilotenverbands Aeropers haben den von der Fluggesellschaft Swiss und dem Aeropers-Vorstand vereinbarten Gesamtarbeitsvertrag mit 80,5 Prozent der abgegebenen Stimmen abgelehnt.

Die Mitglieder des Pilotenverbands Aeropers haben den von der Fluggesellschaft Swiss und dem Aeropers-Vorstand vereinbarten Gesamtarbeitsvertrag mit 80,5 Prozent der abgegebenen Stimmen abgelehnt.

20min/Marco Zangger
Als Konsequenz der Ablehnung wird der seit 1. April 2022 bestehende GAV-lose Zustand vorderhand weitergeführt.

Als Konsequenz der Ablehnung wird der seit 1. April 2022 bestehende GAV-lose Zustand vorderhand weitergeführt.

20min/Marco Zangger
«Wir bedauern das Abstimmungsresultat, respektieren jedoch diesen Mehrheitsentscheid», heisst es in einer Mitteilung der Swiss. 

«Wir bedauern das Abstimmungsresultat, respektieren jedoch diesen Mehrheitsentscheid», heisst es in einer Mitteilung der Swiss. 

20min/Vanessa Lam

Darum gehts

  • Die Mitglieder des Pilotenverbands Aeropers haben den Gesamtarbeitsvertrag klar abgelehnt. 

  • Swiss bedauert das Resultat und prüft als nächsten Schritt das weitere Vorgehen.

Die Mitglieder des Pilotenverbands Aeropers haben den von der Fluggesellschaft Swiss und dem Aeropers-Vorstand vereinbarten Gesamtarbeitsvertrag (GAV 2022) mit 80,5 Prozent der abgegebenen Stimmen abgelehnt. Laut der Swiss wurde das Resultat am Sonntag von Aeropers nach je zweiwöchiger Kommentierungs- und Abstimmungsphase für die Mitglieder bekannt gegeben. «Wir bedauern das Abstimmungsresultat, respektieren jedoch diesen Mehrheitsentscheid», heisst es in einer Mitteilung der Airline. 

Als Konsequenz der Ablehnung wird der seit 1. April 2022 bestehende GAV-lose Zustand vorderhand weitergeführt. Auswirkungen auf die Stabilität des Flugbetriebes seien dadurch nicht zu erwarten, heisst es seitens der Swiss. Ein neuer, zukunftsfähiger GAV für das Cockpitpersonal bleibe eine Option. Man wolle nun evaluieren, wie die zukünftige Zusammenarbeit mit dem aktuellen Aeropers-Vorstand gestaltet werden kann. 

Mit Ausnahme des Cockpitpersonals haben sämtliche Personalgruppen von Swiss mehrjährige Krisenvereinbarungen abgeschlossen. Gespräche mit Aeropers über eine solche Vereinbarung wurden Ende 2020 erfolglos beendet. Vor diesem Hintergrund hatte Swiss Anfang Februar 2021 den laufenden GAV per 31. März 2022 ordentlich gekündigt und Aeropers zu Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag aufgefordert.

«Piloten befinden sich in einem grossen Dilemma»

Der Aeropers-Vorstand betrachtete den nun abgelehnten GAV2022 unter Berücksichtigung der Entwicklungen der letzten Monate bereits im Vorfeld als unausgewogen, wie es in einer Mitteilung heisst. Aeropers hatte noch vor der Publikation des GAV mit drei zusätzlichen Massnahmen versucht, die Ausgewogenheit zu verbessern. Die Geschäftsleitung der Swiss habe diese Vorschläge aber abgelehnt.

«Die Pilotinnen und Piloten der Swiss befinden sich in einem grossen Dilemma», sagt Henning M. Hoffmann, Geschäftsführer bei Aeropers. «Einerseits müssen sie der Geschäftsleitung offenbar noch deutlicher zeigen, dass sie unzufrieden sind, andererseits wollen sie der eigenen Firma und den Kundinnen und Kunden nicht schaden.» 

Der Aeropers-Vorstand fordert nun zügige Nachbesserungen des abgelehnten Vertrages zugunsten der Pilotinnen und Piloten, damit die Stabilität des Flugbetriebes über den Sommer und den Herbst sichergestellt werden kann.  

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