Pilotenstreit: Bodenpersonal hat die Nase voll
Aktualisiert

Pilotenstreit: Bodenpersonal hat die Nase voll

Der anhaltende Pilotenstreit bei der Swiss sorgt für Unruhe im Unternehmen. Angestellte des Bodenpersonals in Zürich haben sich nun mit einer Unterschriftenaktion gegen das «sture Verhalten» der ehemaligen Crossair-Piloten gewandt.

Es sei unverständlich, dass eine kleine Personalgruppe den lange erkämpften Erfolg des Unternehmens gefährde, heisst es in einer von gegen 150 Personen unterzeichneten Botschaft, die den Medien zugestellt wurde. Die Unterschriften seien innerhalb eines halben Tages zusammengekommen, sagte Mitinitiantin Gerda Schoch am Freitag.

«Wir haben gemerkt, dass sich alle aufregen», sagte Schoch. Die Swiss Pilots Association (SPA) und ihre Mitglieder seien stur, sie verlangten aber Verständnis für sich. Dieses sei aber nun nicht mehr vorhanden: Schliesslich hätten alle Mitarbeitergruppen Einbussen hinnehmen müssen.

Keinen Teil an der Aktion hatten die Gewerkschaften. Die Bodenpersonal-Gewerkschaft SEV-GATA habe sich mit dem eintägigen Streik der Piloten solidarisch erklärt, sagte Präsident Philipp Hadorn auf Anfrage: «Wichtig ist, dass man die einzelnen Personalgruppen nicht gegeneinander ausspielen lässt.»

Bei den Swiss Pilots gibt man sich unaufgeregt: Solche «Störmanöver» kämen ab und zu vor, sagte Sprecher Giorgio Pardini. Man sei aber zuversichtlich, bald an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Keinen Kommentar gab es bei der Swiss-Medienstelle: Es handle sich um eine spontane Aktion der Mitarbeitenden, hiess es lediglich.

Die Verhandlung über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zwischen der Swiss und den Swiss Pilots sind am Freitag letzter Woche abgebrochen worden. Ende September hatten die Piloten der Avro-«Jumbolino»-Flotte einen eintägigen Streik durchgeführt.

(sda)

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