Aktualisiert 29.09.2009 20:48

Magere Ernte

«Pilzsaison so schlecht wie nie zuvor»

Seit August läuft die Pilzsaison. Doch die Wälder in der Region sind leer. Grund ist das schöne Wetter. Sammler und Kontrolleure sind verzweifelt.

von
Mario Bozicevic

«In 26 Dienstjahren habe ich noch nie eine so schlechte Saison erlebt», beklagt sich der Herisauer Pilzkontrolleur Sepp Klarer. Eigentlich sollten seit Mitte August die Pilze aus dem Boden schiessen. Doch das sei nicht der Fall. «Selbst als Profi mit der nötigen Erfahrung kann man heute nur wenige Pilze finden», sagt Klarer. Dadurch finden auch die Sammler immer weniger Pilze, die sie zur Kontrolle bringen können: Führte Klarer bisher durchschnittlich 200 Kontrollen pro Jahr durch, sind es bis jetzt nur gerade 70.

In Goldach geht es den Pilzliebhabern nicht besser: «Ich habe rund ein Drittel weniger Kontrollen als noch letztes Jahr», sagt Pilzkontrolleurin Trudi Jäger. Schuld daran sei der kalte Frühling sowie ein trockener und zu warmer Sommer. «Das Klima war für die Pilze alles andere als optimal», sagt auch Alfred Indermaur, Präsident des St. Galler Pilzkundevereins. Abgesehen von einigen wenigen Steinpilzen und Eierschwämmen gedeihen nun vor allem giftige Pilze in den Wäldern. Für den Experten ist das ein Problem: «Die Gefahr ist gross, dass unerfahrene Sammler diese mitnehmen und verzehren. Darum sind Kontrollen unerlässlich.»

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